1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. So jung und schon so gut

Konzert

28.01.2017

So jung und schon so gut

Fünf Stimmen erobern Ulm: Die Leipziger Gruppe Quintense bei ihrem Auftritt im Roxy.
Bild: Florian L. Arnold

Die Leipziger Formation Quintense zeigt, dass sie den A-cappella-Award nicht ohne Grund gewonnen hat

Alles richtig gemacht: Der Durchmarsch des jungen Vokalquintetts Quintense aus Leipzig beim Ulmer A-cappella-Award im vergangenen Jahr beeindruckte. Jurymitglied Henrik Wager, Musicalstar und ehemaliges Mitglied der A-cappella-Formation Flying Pickets, nannte die jungen Sänger „Weltklasse, wie ein Diamant“. Das hohe Lob konnten die Sänger bei ihrem Preisträgerkonzert bestätigen: Im ausverkauften Roxy erlebten die Zuschauer eine rasante Zweistundenshow ohne Längen, mitreißend musiziert, atemberaubend gut gesungen.

Mit dem Hip-Hop-infizierten „Let’s Get It Started“ stellte sich das Ensemble gleich selbst vor – witzige Soli und eine beeindruckende Melange an Klängen inklusive. Im einen Moment noch etwas nervös aufgrund der unerwartet großen Zuschauerzahl, im nächsten Moment professionell agierende, unglaublich perfekt aufeinander eingestimmte Sangesprofis: Man kann kaum glauben, dass Sabrina Häckel, Katrin Enkemeier, Carsten Göpfert, Jonas Enseleit und Martin Lorenz alle noch mitten im Studium der Schulmusik stecken.

Für die geschmeidigen und oft witzigen Arrangements eigener wie fremder Vorlagen ist Göpfert zuständig. Die Bässe Enseleit und Lorenz sorgen mit Beatboxing und rein vokal erzeugten Drum-Sounds für ein üppiges Rhythmus-Setting. Da fragt man sich, wozu andere Bands ausufernde Technik brauchen, wenn es doch nur der (raffiniert eingesetzten) menschlichen Stimme bedarf, um vollendete Clubsounds zu erzeugen. Unglaubliche Höhen und soulige Soli waren bei Häckel und Enkemeier in goldenen Kehlen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Mal fetzig, mal schmusig, gern mit markanten Rhythmen singen sich Quintense einmal quer durch populäres Repertoire der letzten 60 Jahre, von Jazzstandards wie „My Favorite Things“ bis zu aktuelleren Partykrachern wie „Let Me Entertain You“. „I Feel the Heat“ überrascht mit vokalen Dubstep-Effekten und die Roger-Cicero-Hommage „Irgendwo in diesem Moment…“ gerät sichtlich emotionell. Keine Frage: Der 2016 plötzlich verstorbene Jazzsänger war Vorbild und Inspiration für die Leipziger, die in der großen Roxy-Halle auf ein gut gelauntes Publikum treffen.

Zwischen den Songs gibt es auch etwas zu lernen. Beispielsweise erklärt Sänger Jonas, wie man das Beatboxen selber hinbekommen kann: Man muss nur „Putz die Katze“ sagen und dabei „die Vokale weglassen“. Das Publikum darf es gleich ausprobieren – und ja, es funktioniert. Bei Stevie Wonders „I Wish“ gab es viel zu lachen. Ein Auftritt mit diesem Titel brachte den Sängern ein eigenartiges Lob in Österreich ein: „Bester eigenkomponierter Song“ lautete der Glückwunsch, verbunden mit der Prognose, dass die Band damit sicherlich „großen Erfolg haben“ werde.

Nun, den hat sie mittlerweile – verdientermaßen. Auch, weil viele bekannte Songs in den neuen Arrangement erfreulich frisch und neu klingen. Wen wundert es da, dass das Publikum im Roxy das Ensemble nicht gehen lassen will und das Angebot der Sänger, bald wieder in Ulm aufzukreuzen, mit frenetischem Applaus begrüßt. (flx)

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20KAYA6644.tif
Senden

Mehr als 500 Hochzeitspaare stürmen auf den Marktplatz

ad__web+mobil@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Zugang zu allen Inhalten, mtl. kündbar, 4 Jahre Abopreis-Garantie.
So attraktiv waren Heimatnachrichten noch nie!

Zum Web & Mobil Starterpaket