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Ulm/Weißenhorn

08.01.2019

So oft kam die Donautalbahn im Vorjahr zu spät

Besonders im Sommer bekamen Fahrgäste die Probleme bei der Deutschen Bahn zu spüren.
Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Im Juli fielen 30 Regionalexpress-Züge auf der Strecke nach Sigmaringen aus, im August war nur jeder zweite pünktlich. Beim Weißenhorner Bähnle gibt es Neues.

Der schlechte Zustand der Deutschen Bahn zeigt sich auch in der Region. Das baden-württembergische Verkehrsministerium hat eine Übersicht der Verspätungen, Ausfälle und Probleme aufgestellt, die im Vorjahr auf den Strecken Ulm-Sigmaringen und Ulm-Weißenhorn aufgetreten sind. Besonders im Sommer mussten Fahrgäste mit massiven Schwierigkeiten kämpfen: Im Juli fielen 30 Regionalexpress-Züge auf der Strecke Ulm-Sigmaringen aus. Im August kam lediglich die Hälfte dieser Bahnen mit weniger als sechs Minuten Verspätung in Ulm an. Züge gelten bei der Deutschen Bahn als pünktlich, wenn sie höchstens fünf Minuten und 59 Sekunden nach der im Fahrplan vorgesehenen Zeit eintreffen oder abfahren.

Grund für die Probleme auf der Strecke nach Sigmaringen sollen vor allem Baustellen, aber auch Personalmangel und defekte Züge sein. Insgesamt kamen zwischen Januar und November nur 72 Prozent der RE-Züge auf der Strecke nach Sigmaringen pünktlich.

Weißenhorner Bähnle: Fast alle Züge sind pünktlich

Die Zahlen hat das Stuttgarter Verkehrsministeriums als Antwort auf eine Kleine Anfrage des Ulmer SPD-Landtagsabgeordneten Martin Rivoir zusammengetragen. Rivoir hatte sich nach der Qualität des Bahnverkehrs auf der Strecke Ulm-Sigmaringen erkundigt. Die Antwort des baden-württembergischen Ministers Winfried Hermann, die unserer Redaktion vorliegt, enthält auch Zahlen und Informationen zum Weißenhorner Bähnle: Die meisten Züge auf dieser Strecke sind pünktlich (95 Prozent).

Eine Statistik des Ministeriums zeigt, dass trotz guter Zahlen auch auf dieser Linie nicht alles rosig ist. Seit 2015 hat die durchschnittliche Pünktlichkeit Jahr für Jahr leicht nachgelassen. Am schlechtesten sind die Werte am Ulmer Hauptbahnhof. Das Verkehrsministerium erklärt das mit der starken Auslastung des Knotenpunkts: Wegen der geringen Anzahl an Bahnsteiggleisen seien diese teilweise doppelt belegt. Dadurch wirken sich beispielsweise Verspätungen im Fernverkehr auch auf Regionalbahnen aus.

Deutsche Bahn: Baustellen bereiten Ulm Probleme

Grund für den Mangel an Gleisen sind die Umbauten am Ulmer Hauptbahnhof, die mit der ICE-Neubaustrecke nach Stuttgart und dem dortigen Großprojekt Stuttgart 21 zusammenhängen. Das ist nicht die einzige Ursache für die Probleme: Im Herbst 2018 wurde auch auf der Illertalbahn gebaut. Zudem kam es im vergangenen Jahr zu besonders vielen Signal- und Weichenstörungen. Fazit des Ministeriums: Mit Blick auf die Umstände sei die Pünktlichkeit beim Weißenhorner Bähnle „sehr gut“.

Das mit 206 Zügen auf der Strecke nach Weißenhorn etwa doppelt so viele Bahnen ausfielen wie 2017, hat dagegen nach Angaben des Stuttgarter Verkehrsministeriums einen anderen Grund: die beiden Bombenentschärfungen in Neu-Ulm im März und April.

Weil es bei den vorgesehenen Zügen immer wieder zu Schadensfällen kam, werden auf den Strecken Ulm-Sigmaringen und Ulm-Weißenhorn nach wie vor ältere Wagen eingesetzt. In seinem Schreiben moniert Baden-Württembergs Verkehrsminister Hermann gleich mehrmals den „desolaten Zustand“ der Bahn und kritisiert die „unbefriedigende Leistung“ des Unternehmens.

Keine Auskunft über Verspätung: Lösung gesucht

Die Zahl der Beschwerden über Zugausfälle, Verspätungen und überfüllten Wagen ist dem Schreiben zufolge deutlich geringer als vor einem Jahr. Über das Bähnle gibt es demnach kaum Klagen.

Schwacher Trost für ein bekanntes Problem von Bähnle-Passagieren: Fahrgäste erfahren oft nicht, dass ein Zug nicht pünktlich kommt. Man suche nach einer Lösung – bis Ende 2020, wenn der aktuelle Vertrag für das Dieselnetz Ulm ausläuft.

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