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Ulm/Neu-Ulm

29.11.2019

So viel Neu-Ulm steckt in Seeberger

Julius Rohm und sein Neffe Clemens Keller bei der Veranstaltungsreihe Lebenswege des Stadtentwicklungsverbands Ulm/Neu-Ulm.
Bild: Horst Hörger

Zwei Generationen des bekannten Familienunternehmens plaudern an der Hochschule.

Die Herren der Nüsse plauderten aus dem Nähkästchen: Julius Rohm und Clemens Keller waren Gäste in der Hochschule Neu-Ulm der Veranstaltungsreihe Lebenswege des Stadtentwicklungsverband Ulm/Neu-Ulm. Und brachten zu Beginn gleich einmal Klarheit in die Namensvielfalt.

Nicht mehr als ein paar Fässer Hirschhornsalz und verdorbene Linsen waren die Mitgift, als der gleichnamige Vater von Julius Rohm 1949 das Geschäft von der Familie Seeberger übernimmt. Doch es in „Rohm“ umzutaufen sei keine Option gewesen. „Seeberger hört sich einfach gut an. Darin steckt ’See’ und ’Berge’. Da kann Rohm nicht mithalten“, sagt Rohm junior.

Seeberger hatte Sitz in Neu-Ulm

Nachdem Julius Rohm junior kinderlos blieb, führt nun sein Neffe, also der Sohn einer Schwester von Julius Rohm junior, die Geschäfte. In Neu-Ulm war und ist Julius Rohm senior übrigens kein Unbekannter, wie sein Sohn im Foyer der HNU erläuterte. Julius Oskar Rohm (1912 bis 2004) war fast zwei Jahrzehnte als Stadtrat und zweiter ehrenamtlicher Bürgermeister in Neu-Ulm kommunalpolitisch sehr aktiv. Monatelang hatte er den erkrankten Tassilo Grimmeiß, der von 1948 bis 1961 OB von Neu-Ulm war, vertreten.

So viel Neu-Ulm steckt in Seeberger

Der Julius-Rohm-Platz bei der Glacis-Galerie erinnert heute noch an den Mann, der Seeberger groß machte. Im Zuge der stetigen Suche nach Expansionsmöglichkeiten war Seeberger von 1963 bis 1983 sogar in Neu-Ulm in der Baumgartenstraße beheimatet. Die damals knapp 140 Mitarbeiter zogen aus Neu-Ulm wieder zurück nach Ulm ins Donautal.

Dazu: Seeberger - Genuss aus der Tüte seit 175 Jahren

Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch würdigte in seiner Ansprache die Bedeutung von Unternehmerpersönlichkeiten wie etwa den Rohms. Deren „Haltung“ sei der Schlüssel zum langfristigen Fortbestehen einer Firma wie Seeberger, die dieses Jahr ihren 175. Geburtstag feierte. Zentrale Begriffe spielten hier eine Rolle, die nicht in Management-Büchern zu finden seien. Der Ulmer Trockenfrüchteanbieter beteiligte bereits in den 1980er Jahren als eines der ersten bundesdeutschen Unternehmen überhaupt Mitarbeiter am Gewinn der Firma.

Vor diesem Hintergrund betonte auch die Präsidentin der Hochschule Neu-Ulm, Professor Uta M. Feser, wie wichtig es sei, dass auch junge Start-ups auf ihren Weg mitbekommen, was der „Spirit“ eines Familienunternehmens ausmache.

Obwohl Julius Rohm eigentlich vor 15 Jahren die Geschäfte an seinen Neffen abgab, komm er noch jeden Tag „so gegen neun“ ins Unternehmen. Doch eines habe sich seitdem geändert: Früher habe er alle 250 Mitarbeiter noch persönlich erkannt. Bei 600 gehe das nicht mehr.

Heute arbeiten insgesamt 800 Menschen für Seeberger, davon 600 am Standort in Ulm. 300 Millionen Euro setzte das Unternehmen im vergangenen Jahr um.

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