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Landkreis Neu-Ulm

14.02.2021

So viele Menschen wurden im Kreis Neu-Ulm schon gegen Corona geimpft

Eine Seniorin bekommt in einem Impfzentrum ihre Impfung gegen Covid-19 verabreicht.
Foto: Uwe Zucchi / dpa

Plus Seit Ende Dezember gibt es im Kreis Neu-Ulm Impfungen gegen das Coronavirus. Welche Personengruppen sind schon immun? Wird Impfstoff auch weggeworfen?

Für Wut und Misstrauen sorgen derzeit in Deutschland vereinzelt Amts- und Würdenträger, die sich beim Impfen gegen das Coronavirus vorgedrängelt haben. Wie berichtet, haben sich auch in der Kreisspitalstiftung im Landkreis Neu-Ulm Verwaltungsmitarbeiter, die eigentlich noch nicht an der Reihe gewesen wären, bereits früh in der laufenden Kampagne immunisieren lassen. Wie ist aktuell die Situation bei den Corona-Impfungen im Landkreis Neu-Ulm? Ein Blick auf Zahlen - und auf ein Gerücht.

Insgesamt 9341 Impfungen (Stand: 10. Februar 2021) wurden nach Angaben des Landratsamtes im Kreis Neu-Ulm bislang vorgenommen. Dabei handelt es sich in 3290 Fällen um Zweitimpfungen. So viele Menschen gelten im Kreisgebiet also mittlerweile als immun gegen Covid-19. Zwei Pikse sind dafür notwendig. Bis alle oder zumindest ein Großteil der Bevölkerung das geschafft haben, dürfte es noch eine Weile dauern. Um die 175.000 Menschen leben im Landkreis. Entsprechend fällt die derzeitige Impfquote aus: Sie liegt im Kreis Neu-Ulm bei den Erstimpfungen bei 3,44 Prozent, bei den Zweitimpfungen sind es 1,86 Prozent. Beide Werte liegen - wenn auch nur knapp - über dem bayernweiten (3,2 und 1,6 Prozent) sowie dem deutschlandweiten (3 und 1,42 Prozent) Durchschnitt.

Zu einer Impfung kommen Menschen im Landkreis Neu-Ulm entweder durch einen Besuch der beiden Impfzentren in Weißenhorn oder Neu-Ulm. Sie können - und das ist vor allem bei Seniorenheimen der gängigste Weg - aber auch durch mobile Teams das Vakzin erhalten.

In den Zentren greift nach einer Anlaufphase nun der "Regelbetrieb", die Abläufe seien eingespielt, so eine Sprecherin des Landratsamtes. In Weißenhorn (4792 Impfungen) wurden bislang mehr Pikse vorgenommen als in Neu-Ulm (1360). Das hat einen einfachen Grund: Das Zentrum in der Fuggerstadt hat seinen Betrieb bereits am 27. Dezember 2020 aufgenommen, das in der Donaustadt erst am 10. Januar 2021 - und hat noch dazu am Wochenende geschlossen. Die Kapazitäten könnten dort aber problemlos erhöht werden, der Impfstoff sei aber nach wie vor nur begrenzt verfügbar.

Von den insgesamt 6152 Impfungen, die es in den Zentren bislang gab, entfällt der Großteil auf die aktuell bevorrechtigten Menschen im Alter über 80 Jahre. In den Zentren in Weißenhorn und Neu-Ulm kommt diese Altersgruppe auf 2324 Erst- und 1323 Zweitimpfungen. Hier nicht miteingerechnet sind Impfungen durch mobile Teams, die vorrangig in den Alten- und Pflegeheimen unterwegs sind. Dort kam es im Kreis Neu-Ulm aktuell zu 3189 Impfungen. Davon haben 1867 Menschen ihre erste, 1322 Personen ihre zweite Dosis erhalten. Die Seniorenresidenzen gelten somit als "fast vollständig durchgeimpft".

Medizinisches Klinikpersonal im Kreis Neu-Ulm gegen Corona geimpft

Schon vollständig immunisiert ist nach Angaben des Landratsamtes hingegen das medizinische Personal in den Kliniken im Kreis, wo alle schon den ersten und zweiten Piks erhalten haben sollen. Auch beim BRK-Kreisverband Neu-Ulm seien nunmehr alle hauptamtlichen Mitarbeiter, die ebenfalls zur ersten Prioritätsstufe gehören, geimpft. Dieser Personengruppe, die in der Behördenstatistik als "Sondergruppe" läuft, wurden in den Impfzentren insgesamt 2505 Vakzine verabreicht. In 1860 Fällen handelt es sich dabei um eine Erstimpfung, in 645 um eine Zweitimpfung.

Bei der Terminvergabe für die Impfungen werde zwar versucht, den Ablauf so zu steuern, dass alle Dosen entsprechend aufgebraucht werden – was nach Angaben des Landratsamtes "in der Regel auch gut gelingt". Falls am Ende des Tages dennoch Impfdosen übrig bleiben, weil beispielsweise jemand seinen Termin nicht wahrgenommen hat, gibt es mittlerweile sogenannte Reservelisten. Darauf stehen Personen, die kurzfristig einspringen können, damit die Impfdosis nicht verfällt. Diese Listen umfassen Personen aus der "Sondergruppe", wie zum Beispiel Klinikmitarbeiter auf Intensivstationen oder Beschäftigte im Rettungsdienst.

Landratsamt äußert sich zu Gerücht: Werden Impfdosen weggeworfen?

So solle auch verhindert werden, dass Impfdosen mit Vakzin darin einfach weggeworfen werden. Gerüchte darüber hatten zwischenzeitlich unsere Redaktion erreicht. Fälle dieser Art sind dem Landratsamt aber so nicht bekannt. Es könne lediglich technische Gründe geben, warum eine Impfdosis verworfen wird. Beispielsweise bei der sogenannten Rekonstitution. Darunter versteht man die Vorbereitung der Impfdosis, bevor sie verabreicht wird. Dies sei bis jetzt aber kaum vorgekommen, so eine Behördensprecherin.

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14.02.2021

Ab wann geht denn die zweite Stufe los?

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