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Senden

31.01.2019

So wird der Bahnhof in Senden umgebaut

Der Bahnsteig in der Mitte muss im Zuge des Bahnhofsumbaus einem neuen Mittelbahnsteig weichen.

Planer erklären das Vorgehen und die Auswirkungen auf die Bürger. Auch Stadtparkbesucher sind betroffen.

Die Pläne für den Steg über die Gleise am Sendener Bahnhof stehen. Der Verbindungstrakt soll Bahnkunden barrierefrei zu allen Gleisen führen und als Zuckerl die Bahnhofstraße mit dem Stadtpark verbinden.

Wie berichtet, plant die Bahn alles rund um den Steg und zahlt auch einen Großteil der Kosten für das barrierefreie Bauwerk mit Aufzügen und Treppenanlagen. Die Stadt Senden finanziert die Verlängerung des Stegs zum Stadtpark mit 1,3 Millionen Euro. So sollen in Zukunft Radler, Gehbehinderte und Fußgänger auch bei geschlossenen Schranken bequem vom Stadtpark in die Innenstadt und umgekehrt kommen. Zudem ist angedacht, auf Stadtpark-Seite einen Park-and-ride-Parkplatz zu installieren, doch die Pläne zum Umfeld des Bahnhofs sind noch nicht ganz spruchreif. Die Räte haben sich jüngst bei einer Klausurtagung mit diesem Thema auseinandergesetzt. Bekannt ist, dass die Regierung von Schwaben eine Förderung von 100000 Euro für einen Wettbewerb zur Gestaltung des Umfelds zur Verfügung stellt.

Mittelbahnsteig wird neu gebaut

Vertreter der Bahntochter Station & Service haben im Sendener Stadtrat erläutert, wie der Steg aussehen wird – und was als Nächstes ansteht. Im Rahmen des Großprojekts Bahnhofsumbau werden die Bahnsteige erneuert und über einen Fußgänger- und Radfahrersteg angebunden. Auf diese Lösung einigte sich der Stadtrat Ende 2017.

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In Zukunft soll es in Senden zwei Bahnsteige geben. Der Standort des ersten Gleises bleibt gleich wie bisher, hier soll der Zug Richtung Kempten halten. Über einen Mittelbahnsteig sollen zwei weitere Gleise erschlossen werden: die Haltepunkte für das Bähnle nach Weißenhorn und den Zug nach Ulm. So wird es weniger Wartezeiten für Reisende geben. Der geplante Steg führt von der Bahnhofstraße über die Gleise bis zum Mittelbahnsteig und dann weiter zum Landgrabenweg. An jedem Auf- und Abstieg entstehen Treppen und ein sogenannter „Durchlader“-Aufzug. Das bedeutet, dass niemand im Aufzug umdrehen muss. Radfahrer schieben ihr Rad hinein und an der gegenüberliegenden Seite geradeaus wieder heraus.

Der Steg wird wie berichtet etwa sechs Meter hoch, zweieinhalb Meter breit und 32 Meter lang. Er wird nach oben hin offen sein, an den Seiten sind Scheiben aus Plexiglas geplant. „Falls jemand Höhenangst hat“, wie die Planer in der öffentlichen Sitzung sagten. Markant sind sicherlich die geplanten Träger in Y-Form, die die jeweiligen Aufzugschächte mit dem Überweg verbinden.

Bahn richtet im Park eine Baustelle ein

Die Bahn wird in der Bauphase nach und nach die Bahnsteige verändern. Zunächst werden die Fundamente für die Aufzüge und Treppen hinter Gleis 2 gesetzt. Dann wird der Mittelbahnsteig zwischen den Gleisen 2 und 3 gebaut und das Fundament für den Steg an der Bahnhofstraße gesetzt. Der Überweg wird ebenso in zwei Schritten hergestellt – erst über die hinteren Gleise, dann über die beiden vorderen. Danach werden die Treppen und Aufzüge installiert. Am Ende wird der sogenannte Hausbahnsteig entlang der Bahnhofstraße neu gebaut und der bisherige zweite Bahnsteig kommt weg. Damit ist der Umbau der Gleise und der Neubau des Stegs abgeschlossen. Während der Maßnahmen müssen immer mal wieder einzelne Bahnsteige gesperrt werden, es kann auch einen Schienenersatzverkehr geben.

Der Abschluss der Projektplanung ist momentan für April 2021 angedacht. Wie vor einigen Monaten bekannt wurde, soll der Umbau des Bahnhofs jedoch erst 2023 beginnen und ein Jahr später abgeschlossen sein.

Der Umbau hat einige Begleiterscheinungen, wie die Planer der Bahntochter Station & Service in der Sitzung erläuterten. Denn die Bahn braucht Platz für Baustellen. Und diese werden neben den Schienen im Stadtpark eingerichtet, genauer gesagt auf der grünen Wiese an den Parkplätzen vor der Minigolfanlage. Die vorhandenen asphaltierten Flächen seien zu klein. Man habe versucht, andere Flächen zu finden – doch ohne Erfolg. „Aber alles wird danach wieder in den Ursprungszustand gesetzt“, betonten die Planer. Zudem setze die Bahn einen Umweltplaner ein und informiere die Stadt regelmäßig. Bürgermeister Raphael Bögge betonte, dass es keine Einschränkungen und Behinderungen für die Bürger gebe. Weder während der Serenadenkonzerte noch auf dem Weg zur Minigolfanlage. Die Bürger werden um die Baustelle der Bahn herumgeführt, „und auch alle Baufirmen kennen die kulturellen Termine“, versicherten die Planer. Die Stadträte erteilten die Freigabe des Entwurfs, der Bürgermeister unterschreibt nun die Planungsvereinbarung.

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