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Wohnbau

18.07.2018

Soll Senden noch weiter wachsen?

In Senden sollen in den nächsten Jahren mehrere hundert Wohneinheiten entstehen. Viel mehr wollen die Stadträte erst mal nicht. 

Durch beschlossene Baugebiete rechnen die Stadträte mit mehreren tausend neuen Einwohnern – und wollen wegen entsprechender Folgekosten nicht noch mehr Bürger ansiedeln.

In den nächsten Jahren wird es in Senden einige Neubaugebiete geben und schon jetzt werden Wohnungen gebaut. Bürgermeister Raphael Bögge hat in der Sitzung des Stadtrats seinen Entwurf „Wohnbauland und Wachstumsstrategie“ vorgestellt. Er soll eine Richtlinie für die kommenden Jahre schaffen.

Die Räte nahmen das Papier als Diskussionsgrundlage an, sahen jedoch keinen Bedarf, am derzeitigen Vorgehen in Sachen Wohnbebauung etwas zu ändern. Ohnehin, so die vorherrschende Meinung, stehe nicht viel neues drin. Helmut Meisel (Grüne) sah sogar „sehr viele Schlagworte mit wenig Substanz“. In der Tat sei alles nur eine allgemeine Darstellung und müsse erst einmal auf Senden umgemünzt werden, erklärte Rechtsanwalt Sebastian Pfahl. Auf Interesse stieß bei den Räten das Modell der „sozialgerechte Bodennutzung“ (Sobon). Doch auch dieses sei derzeit kein Thema, da Senden auch so mit einigen Projekten für Wohnraum sorge, die günstige Flächen für Geringverdiener enthalten, sagte Maren Bachmann (SPD). „Bevor man jetzt Modelle entwickelt, die dann veraltet sind, sollte man lieber warten.“

Sozialer Wohnbau als Bestandteil der Sendener Politik

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Ein Sobon-Konzept hat die Sendener Verwaltung von der Stadt Landsberg kopiert. Der Gedanke dahinter: Kommunen sorgen für bezahlbaren Wohnraum, indem sie städtebauliche Verträge mit Investoren, die die Gebäude errichten, schließen. Ein Teil der Wohnungen soll so für Menschen mit geringerem Einkommen bezahlbar sein und der Investor trägt seinen Teil an Infrastruktur-Kosten (etwa mehr Kindergärten) bei. Die Meinung im Rat: Das könne man für die Zukunft weiterverfolgen, doch das soziale Bauen sei aktuell schon Bestandteil der Sendener Politik.

Geplant sind durch verschiedene Baugebiete und Neubauten derzeit etwa 500 Wohneinheiten, dazu kommen noch einige hundert vonseiten der Wohnungsbaugesellschaft, zählte Claudia Schäfer-Rudolf (CSU) in der Sitzung auf. Das bedeute mehrere tausend Einwohner. Dies zeige, dass Senden nicht untätig ist. Zudem erinnerten alle Redner daran, vor einiger Zeit eine Höchstgrenze von 25000 Einwohnern beschlossen zu haben – wegen der Infrastruktur, die dann weiter mitwachsen müsste. „Wir tun uns ja jetzt schon schwer, die Infrastruktur nachzuziehen.“ Derzeit plant und baut Senden einige Schulen und Kindergärten oder muss dringend Straßen ausbessern. „Wir müssen erst mal abwarten, ob wir das alles packen.“

Senden biete schon Wohnraum für Landkreisbürger

Ähnlicher Ansicht war Edwin Petruch (Freie Wähler), der „keinen Anlass sieht, das Papier zeitnah durchzuziehen“. Meisel (Grüne) rechnete noch die geplante Nachverdichtung in der Innenstadt dazu – und sah dann ebenso die 25000 Bürger als erreicht an. Die Entwicklung sei bereits ohne die neuen Strategien da. Zudem regle schon der neue Flächennutzungsplan das weitere Vorgehen in den nächsten Jahren, merkte Georg Schneider (SPD) an. Anton Leger (Biss) gab zu bedenken, dass derzeit leer stehende oder mit nur einer Person bewohnte Häuser in der Innenstadt irgendwann auch von mehr Leuten bewohnt sein werden. So komme man ohne Zutun an die beschlossene 25000-Einwohner-Grenze.

Auch wenn im Landkreis Neu-Ulm ein Mangel an Wohnraum herrscht, will Senden erst mal die beschlossenen Neubaugebiete abwarten. Auch damit sorge man für erhebliche Entlastung. Walter Wörtz (CSU) fragte am Ende den Bürgermeister, was er sich von der Bürgerversammlung erhoffe. Dieser antwortete lediglich knapp „einen Dialog“ und rief das nächste Gremiumsmitglied auf. Doch auch die anderen Räte trieb dieses Thema um. Maren Bachmann wies die Verwaltung darauf hin, dass man bei der Infoveranstaltung klarstellen müsse, das vieles nicht machbar sei. „Die Bürger haben natürlich andere Interessen und bedenken nicht, an was eine Kommune denken muss.“ Bögge sagte in der Sitzung, dass er dies bei der Veranstaltung genau so sagen wolle.

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