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05.03.2009

Sparkasse Neu-Ulm hat das Landesbank-Deaster verarbeitet

Neu-Ulm Mit drei Worten fasst Dr. Armin Brugger das zurückliegende Jahr zusammen: "Wir sind zufrieden", sagte gestern der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Neu-Ulm/Illertissen. Und das, obwohl die Rahmenbedingungen nicht leicht waren, "selbstverständlich" blieben auch die Sparkassen von der weltweiten Finanzkrise nicht unberührt. Sorgenfalten trieb in diesem Zusammenhang vor allem die krisengeschüttelte Bayerische Landesbank auf die Stirn der Neu-Ulmer Sparkassenbanker. Denn an den milliardenschweren Finanzspritzen für die systemrelevante BayernLB musste auch die Sparkasse Neu-Ulm mittragen. Allerdings, wie Brugger betonte, konnte dies aus dem "laufenden Ergebnis" verarbeitet werden. Was bedeute, dass die Sparkasse Neu-Ulm/Illertissen weder den Sparstrumpf hat plündern müssen, noch die Kunden irgendwelche Nachteile dadurch hätten in Kauf nehmen müssen. Wie hoch genau die Summe ist, mit der die Sparkasse Neu-Ulm/Illertissen der Landesbank unter die Arme greifen musste, sei nicht bezifferbar. Die Summe sei in Punkt "sonstige Bewertungen" eingerechnet. Dort steht in Minus von 6,2 Millionen Euro. Die Abschreibungen aus der Landesbank-Schieflage seien komplett verarbeitet, seien keine "stille Last" und wären deswegen auch keine Hypothek für 2009.

Trotz Finanzkrise habe die Sparkasse Neu-Ulm/Illertissen also ein gutes Jahr hingelegt. In so gut wie allen Kernzahlen des Geschäftsjahres 2008 erkennt Brugger Positives. Besonders sticht das Geschäft mit gewerblichen Krediten hervor. Mit 6,2 Prozent Steigerung gegenüber dem Vorjahr sei hier ein weit überdurchschnittlicher Wert zu verzeichnen. 516 Millionen Euro liehen sich Geschäfte von der Sparkasse Neu-Ulm/Illertissen. "Es gab viel Investitionsbedarf bei den Unternehmen", sagt Brugger. Dies sei ein Indiz dafür, dass der lokale Wirtschaftsstandort gesund sei.

Die Sparkasse will auch 2009 einen Beitrag dazu leisten, dass dies so bleibt. Brugger: "Wir sind der Nachhaltigkeit verpflichtet." 2009 werde ein schwieriges Jahr, das sei jetzt schon klar. Doch möchte sich der Vorstandsvorsitzende nicht zu den Schwarzsehern zählen lassen. In der Unternehmensplanung folge die Führung einer Einschätzung der Bundesbank, die für das zweite Halbjahr 2009 eine Stabilisierung erwarte. Als einen Hauptgrund für die gesunde Situation der Sparkasse Neu-Ulm/Illertissen nennt Brugger den Umgang mit dem Thema Risiko. Man orientiere sich etwa nicht an problematischen Kennziffern, die nur kurzfristige Renditen im Auge hätten. Vielmehr würden langfristige Ziele verfolgt und man sei sich der Verantwortung gegenüber der Gesellschaft bewusst. In der Sprache der Banker: Der "Stakeholder-Value" steht anstatt des "Shareholder-Values" im Vordergrund. Zudem sei die Sparkasse Neu-Ulm/Illertissen mit einer "weit überdurchschnittlichen" Eigenkapitalausstattung sehr gut aufgestellt.

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzender Günther Dietrich, kritisiert, dass offensichtlich nicht alle Banker "ihre Lektionen gelernt" hätten.

Anders sei nicht zu erklären, dass einige Banken mit Zinssätzen werben, die über dem marktüblichen lägen. Dies sei nur mit Inkaufnahme von hohem Risiko realisierbar. Durch staatliche "Rettungsschirme" müsste dieses Risiko nun der Steuerzahler tragen.

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