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26.02.2016

Sponsoring: Lob für Airbus im Ausschuss

Mehrheit stimmt gegen Ethikdebatte

Welcher Sponsor passt zur Kulturnacht? Diese Frage beschäftigte 2015 die Kulturszene in Ulm und Neu-Ulm – das Engagement des Rüstungsunternehmens Airbus Defence & Space, das in Ulm eine Niederlassung unterhält, brachte der Doppelstadt hitzige Debatten ein. Doch selbst nach dem Rückzug von Airbus (wir berichteten) scheinen sich die Gemüter noch nicht ganz beruhigt zu haben. Das zeigte sich im Finanzausschuss des Neu-Ulmer Stadtrats, der nun auch über das Thema Sponsoring diskutierte: Aus den beiden großen Fraktionen war Mitleid mit dem Unternehmen Airbus und Unverständnis über die Kritik an dessen Einsatz für die Kultur zu vernehmen.

Der Anlass für die Debatte war eine Debatte. Genauer: eine Ethikdebatte. Die hatten die Freien Wähler gefordert, um langfristig festzulegen, wer als Sponsor für städtische Aktivitäten infrage kommt. Die Verwaltung hält diese aber für unnötig, wie in der Sitzungsvorlage zu lesen war: Für die Kommune gälten ohnehin strenge, von der Staatsregierung vorgegebene Richtlinien, Sponsoring komme daher ohnehin nur „ausnahmsweise und ergänzend“ in Betracht und zudem sei man überzeugt, dass künftig „mit Verstand und Fingerspitzengefühl“ die richtige Sponsorenauswahl getroffen werden könne.

Bernhard Maier (CSU) gab der Verwaltung in vollem Umfang recht. Die Fraktion sei mit deren Arbeit absolut einverstanden, sagte er. Danach legte er sich rhetorisch für Airbus ins Zeug: Bei der Diskussion um das Kulturnacht-Sponsoring sei ein „örtlicher Betrieb misskreditiert“ worden und dessen Mitarbeiter an den Pranger gestellt worden. Antje Esser (SPD) blies ins gleiche Horn: Die Front gegen den Sponsor sei von Einzelnen aufgebaut worden, Airbus Defence & Space sei weiter ein „wohlgelittenes Unternehmen“. Auch Esser fand: Neu-Ulm brauche keine Ethikdebatte.

Das sah auch die Mehrheit des Gremiums so: Mit nur zwei Gegenstimmen – Andreas Schuler (FWG) und Rainer Juchheim (Grüne) – wurde der Antrag der Freien Wähler abgelehnt. Ein Teil des Antrags sei aber nicht beantwortet worden, fand Schuler: nämlich die Forderung, dass der Stadtrat über alle Sponsorings informiert werden müsse. Kämmerer Berthold Stier verneinte dies: Das Gremium bekomme jedes Jahr eine Liste präsentiert. Dass diese eine Schwäche hat, wurde aber schnell klar: Auf der Liste befinden sich nur Mittel, die direkt für städtische Aktivitäten und Einrichtungen geflossen sind. Andere, an denen die Kommune nur beteiligt ist, stehen nicht auf ihr: etwa das Donaufest – oder die Kulturnacht. (mgo)

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