Sommertanzwoche

08.08.2012

Stadt in Bewegung

Der Lehrer gibt den Takt vor: Ian Owen, früher Solist bei der Royal Ballet Company und lebenslanges Mitglied der Royal Academy of Dance, ist für die Ballett-Kurse bei der Sommertanzwoche verantwortlich.
Bild: Andreas Brücken

Noch bis Samstag finden Workshops von Ballett bis Hip-Hop statt

Ulm Ian Owens Blick ist streng, seine Kommandos sind dagegen fast sanft. 20 Tänzerinnen, überwiegend junge Mädchen stehen ihm gegenüber an den Ballettstangen im nachmittags lichtdurchfluteten Saal des Ulmer Stadthauses. Ihr Blick auf den englischen Tanzlehrer gerichtet, der mit blauem Poloshirt und schwarzer Jogginghose ganz lässig wirkt. „Guckt, dass das Becken gerade bleibt“, sagt er. „Die Bewegung kommt nur aus der Taille.“ Und dann noch einmal, mit Musik. Am Klavier fängt Hannes Kalbrecht zu spielen an. Drehung nach links, Drehung nach rechts, die Arme nach oben und nach unten. „Port de bras“ heißt die Übung, trainiert wird die richtige Haltung und Bewegung der Arme. Und die kommt eben aus der Wirbelsäule.

Der Ballettkurs mit Ian Owen, ehemaliger Solotänzer der Royal Ballet Company in London und inzwischen Leiter einer Ballettschule im niedersächsischen Wilhelmshaven, ist nur einer von mehreren Workshops bei der Sommertanzwoche, die derzeit zum zweiten Mal stattfindet. Organisiert hat die Veranstaltung, die noch bis Samstag läuft, der aus Brasilien stammende Carlos Demitre Freitas Dantas, der auch sonst in Ulm, München und seiner Wahlheimat Augsburg als Tanzpädagoge (Schwerpunkt Ballett, Jazz, Hip-Hop) arbeitet; unterstützt wird er von Bettina Pyczak, „Autorin, Webdesignerin und begeisterte Tänzerin“, wie sie selbst sagt. Das Angebot: alle Facetten von Tanz und Bewegung, von Body-Yoga über Flamenco bis Jazz-Dance, für Anfänger, Fortgeschrittene und für Dozenten. Rund 200 Tanzbegeisterte haben sich angemeldet, ein paar Restplätze gibt es aber noch in den Kursen, die im Stadthaus, bei „Dansarts“ und bei „Step To Ten Dance“ stattfinden.

Organisator Carlos Demitre, wie er sich der Einfachheit halber nennt, sieht in der Tanzwoche in erster Linie eine Ergänzung zum bestehenden Angebot, aber auch die Chance für viele Tänzer, sich durch neue Dozenten und neue Konzepte weiterzuentwickeln. Zum Beispiel durch die Kurse im „Open Class“-Modell, bei denen jeder mitmachen kann, gleich welcher Leistungsstufe. „Es tut jedem gut, auch mit Besseren zu trainieren, auch wenn man nicht immer mithalten kann.“ Vor allem aber soll es bei der Tanzwoche um Spaß gehen – und der kennt weder Leistungs- noch Altersgrenzen. Die Teilnehmer sind zwischen zwölf und 78 Jahre alt – der älteste Tänzer im Bunde trainiert übrigens im Tango-Kurs, wie schon im vergangenen Jahr. Und manche haben sich gleich für mehrere Workshops angemeldet – die meisten Ballett-Tänzerinnen gehen nach dem Kurs gleich weiter zum „Contemporary Dance“.

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Veranstalter Carlos Demitre träumt vom Open-Air-Festival

Die Sommertanzwoche, nach Angaben von Carlos Demitre die größte von ihm verantwortete Veranstaltung dieser Art, soll aber auch Werbung für den Tanz und Kunst an sich sein: Es gibt einen Filmabend, eine Ausstellung mit Bildern von Gabriele Nasfeter und Demitre zeigt auch eine eigene Performance. Für die Zukunft wünscht er sich aber noch mehr: ein Festival auf dem Münsterplatz, das bei freiem Eintritt noch mehr Menschen zu Tanzfans machen soll. „Es ist ein Traum“, gibt der Tanzpädagoge zu. „Aber Träume können wahr werden.“

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