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24.01.2019

Stadt will Thalia nicht im Iller-Center haben

Der Buchhändler Thalia will eine Filiale im Iller-Center in Senden eröffnen. Der Bauherr des Einkaufszentrums hat dazu einen Bauantrag gestellt – doch die Stadträte und der Bürgermeister sind dagegen.

Deutschlands größter Buchhändler möchte eine Filiale im Sendener Norden eröffnen. Stadträte und Verwaltung sind dagegen und argumentieren mit dem Einzelhandelskonzept.

Thalia soll nicht ins Iller-Center nach Senden ziehen, wenn es nach den Stadträten und der Verwaltung geht. Die „German Retail Box (Jersey) Lazarus Ltd.“, hinter der sich der Bauherr des Iller-Centers verbirgt, wollte eine Fläche umbauen, erweitern und umwidmen, damit dort eine Filiale der bekannten Buchkette Thalia einziehen kann.

Den Antrag wollen die Mitglieder des Bauausschusses nun auf Vorschlag der Verwaltung bei der Baugenehmigungsbehörde im Landratsamt Neu-Ulm zurückstellen lassen. Der Grund: Noch ist der Bebauungsplan für den Sendener Norden nicht fertig überarbeitet.

Sobald dieser gilt, ist das Vorhaben von German Retail Box nicht mehr mit den Richtlinien in Senden vereinbar. Laut Einzelhandelskonzept sollen ausdrücklich keine innenstadtrelevanten Sortimente mehr im Bereich „Im oberen Tal und im Straßfeld“ zugelassen werden – Bücher fallen jedoch in diese Kategorie.

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Wollte Thalia ins Zentrum, sähe die Sache anders aus

Bis der überarbeitete Bebauungsplan als Satzung beschlossen ist, müssen Verwaltung und Stadträte diesen Weg über das Landratsamt aus formaljuristischen Gründen gehen, sagte Bürgermeister Raphael Bögge in der Sitzung. Der Rathauschef selbst ließ keinen Zweifel daran, dass er gegen eine Ansiedlung von Deutschlands größtem Buchhändler Thalia ist – zumindest im nördlichen Gewerbegebiet. „Wenn Thalia einen Antrag für die Innenstadt stellen würde, hätten wir ihn nicht ablehnen können“, sagte er. Denn dort gehörten Bücher laut Einzelhandelskonzept zu den passenden Sortimenten.

Die Stadträte waren allesamt mit dieser Zurückstellung einverstanden, „sonst hätten wir kein Einzelhandelskonzept beschlossen“, so Helmut Meisel (Grüne). Auch der Sendener Gewerbeverband hat sich, wie berichtet, zu dem Thema zu Wort gemeldet und seine Ablehnung gegen die Ansiedlung von Thalia kundgetan. „Als Grund hierfür sehen wir den Schutz für den bereits bestehenden und über die Stadtgrenze hinaus bekannten Bücherladen (Bücherwelt Senden) in der Sendener Innenstadt“, schreiben die Vertreter des Gewerbeverbands. Der Inhaber der Bücherwelt, Heiko Müller, war auf Nachfrage unserer Redaktion nicht zu erreichen. Müller war jedoch im Bauausschuss am Dienstagabend anwesend und schien sichtlich erleichtert über die Entscheidung der Stadträte.

Weitere Mieter für das Iller-Center stehen wohl fest

Neben der Bücherkette Thalia steht offenbar schon länger fest, wer die freien Flächen im Sendener Iller-Center beleben könnte. Wie unsere Zeitung aus Handelskreisen bereits im September exklusiv erfahren hat, gibt es offenbar Absprachen zwischen der Betreiberfirma Prime und der auf Kinder spezialisierten Textilkette Ernsting’s Family sowie dem Schuhfilialisten Siemes. Und auch Textildiscounter Takko soll angeblich von der Berliner Straße 26 direkt gegenüber ins Iller-Center wechseln. Zurzeit sind noch zwei Einheiten im neu umgebauten Bereich, zwei Flächen neben C&A und eine in der Passage in der Müller-Hälfte verfügbar. Das Interesse am Iller-Center ist nach Angaben von Prime weiterhin sehr groß. Dazu beigetragen hat wohl auch die Decathlon-Filiale. Für die Flächen am Iller-Center gilt ein Bestandsschutz. Im Sendener Norden gibt es ein Sondergebiet für großflächigen Einzelhandel, was eben solche großen Geschäfte möglich macht. Die Decathlon-Filiale steht mit dem Einzelhandelskonzept im Einklang, da Sport- und Campingartikel in Senden zu den nicht zentralrelevanten Sortimenten gehören.

Grünen-Chef Meisel wollte im Bauausschuss zudem wissen, woran es in Sachen Bebauungsplan derzeit hänge, schließlich sei die Änderung bereits vor langer Zeit vom Stadtrat beschlossen worden. In der Tat hatte der Discounter Lidl bereits Mitte 2016 einen Bauantrag für die Filiale im Sendener Norden eingereicht, der vom Landratsamt zurückgestellt wurde – mit der gleichen Begründung wie jetzt: Der Bebauungsplan werde noch überarbeitet. Auf Meisels Nachfrage antwortete Bögge, die Verzögerung liege an dem ausführenden externen Büro. Dort haben laut Bögge alle Stadtplaner, die den Sendener Plan bearbeiteten, gewechselt. Man befinde sich diesbezüglich im Austausch mit der Regierung von Schwaben.

Die Verwaltung reicht nun bei der Baugenehmigungsbehörde einen Antrag auf Zurückstellung ein.

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