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Senden

06.12.2018

Stadtbaumeisterin kehrt Senden den Rücken

Stadtbaumeisterin Manuela Huber hat gekündigt.
Bild: Andreas Brücken

Manuela Huber hat gekündigt. Gründe sind neben neuer Karrierechancen wohl die Arbeitsbelastung in der Verwaltung – und der Bürgermeister.

Die Sendener Stadtbaumeisterin Manuela Huber hat überraschend gekündigt – und das zu einem wahrlich schlechten Zeitpunkt: Denn die Stadt Senden steckt mitten in zahlreichen Großprojekten. Darunter sind komplexe Themen wie der Umbau des Bahnhofs oder das Webereiareal mit seiner denkmalgeschützten Halle – bei beiden existiert eine lange Vorgeschichte mit vielen Ideen, Problemen und Verstrickungen. Keine leichte Aufgabe für ihren Nachfolger, der noch nicht bekannt ist.

Die 45-jährige Huber verlässt die Stadtverwaltung im Frühjahr 2019, wie der Sendener Bürgermeister Raphael Bögge mitteilte. Sie wechselt zum Amt für Ländliche Entwicklung in Schwaben, das in Krumbach seinen Sitz hat. Die Behörde ist für den gesamten Regierungsbezirk Schwaben zuständig und betreut Entwicklungen in Ortskernen und Projekte in der Dorferneuerung. Huber wird demnach die federführende Abwicklung der Förderinitiative „Innen statt Außen“ zur Stärkung der Dorfkerne im Rahmen der Dorferneuerung übernehmen. Dass sie dieses Thema mag, wurde in Senden anhand der Pläne, die Weberei in ein Stadtquartier zu wandeln, öfter deutlich.

Seit vier Jahren ist Huber bei der Stadt Senden

Im Oktober 2014 holte Bürgermeister Bögge Huber als Stadtbaumeisterin. Sie leitet seitdem den Geschäftsbereich Planen, Bauen, Umwelt in Senden. Die 45-Jährige wird in einer Pressemitteilung so zitiert: „In der Zeit bei der Stadtverwaltung Senden durfte ich viele wichtige Projekte begleiten und habe dabei sehr viel gelernt. Es war und ist jedoch immer mein Bestreben gewesen, mich weiterzuentwickeln, weiter zu lernen.“ Gerne habe sie ihre Aufgabe für die Stadt Senden in den letzten vier Jahren wahrgenommen und das Miteinander im Kreis der Kollegen sowie die Zusammenarbeit mit dem Stadtrat sehr geschätzt.

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Bürgermeister Bögge sagte im Gespräch mit unserer Zeitung, dass er die Entscheidung seiner Stadtbaumeisterin mit „einem lachenden und einem weinenden Auge“ sehe. Er verstehe ihren Wunsch nach einer Weiterentwicklung, beim Amt für Ländliche Entwicklung gebe es bessere Karrierechancen. Andererseits habe er Huber sehr geschätzt. Die Stadt verliere nun „eine engagierte und kompetente Stadtbaumeisterin“, so Bögge.

Es hat wohl zwischen Bögge und Huber geknirscht

Erst recht, da der Bürgermeister nach eigenem Bekunden nicht sicher ist, ob ein nahtloser Übergang geschafft werden kann – denn bis eine Stelle ausgeschrieben und besetzt sei, könne es dauern. Er werde die Aufgabe im anderen Fall kommissarisch übernehmen, so Bögge. Deswegen wäre es gut gewesen, wenn der Stadtrat die neuen Stellen für die Verwaltung genehmigt hätte, die am Dienstagabend in der Sitzung vorgelegt wurden, sagte Bögge. Doch die Räte verschoben die Diskussion bis zu den Haushaltsplanungen Anfang nächsten Jahres.

Aus Stadtratskreisen war zu hören, dass Hubers Kündigung nicht allein der Karriere geschuldet sei. Vielmehr knirsche es zwischen Huber und Bögge gewaltig. Damit wäre die Stadtbaumeisterin die zweite Angestellte, die die Stadtverwaltung auch wegen Bögge verlässt. Zudem war offenbar die hohe Arbeitsbelastung in der Verwaltung Ursache für Hubers Wechsel nach Krumbach (wir berichteten). Da half es auch nichts mehr, dass der Stadtrat dem Bürgermeister am Dienstagabend auferlegt hat, eine bereits veröffentlichte Stellenausschreibung zu ändern: Statt der ausgeschriebenen Pressestelle soll nun ein Mitarbeiter für die Bauabteilung eingestellt werden.

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