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Oper

20.12.2014

Starke Frauen, starke Stimmen

Gelobtes Duo: I Chiao Shih (Penelope) und Kwang-Keun Lee (Odysseus) in „Il ritorno d’Ulisse in patria“.
Bild: Martin Kaufhold

Die Premierenbesucher von „Il ritorno d’Ulisse in patria“ zeigen sich begeistert von der Ulmer Inszenierung

Claudio Monteverdis wenig bekannte Oper „Il ritorno d’Ulisse in patria“ hielt etliche vom Premierenbesuch im Großen Haus des Theaters Ulm ab. Doch wer kam und blieb, genoss einen dreistündigen Opernabend lang nicht nur beste Unterhaltung, sondern bekam auch nachdenkliche Interpretationen einer zeitlosen Problematik: Wie gehen Menschen nach langer kriegsbedingter Trennung miteinander um? Sehr positiv äußerten sich der NUZ gegenüber die befragten Premierenbesucher.

Joachim Trucksäß aus Reutti war nach der Vorstellung voll des Lobes: „Ich bin rundum begeistert. Das war ein einmaliges Erlebnis! Das Bühnenbild ist sehr durchdacht und stimmig, die Stimmen sind großartig, und die ruhige Musik bringt sie ganz anders zur Wirkung als in jüngeren Opern. Man braucht anfangs etwas Zeit, um sich in diese Welt einzuleben, aber die Inszenierung funktioniert großartig.“

Ähnlich erging es Mareike Kuch, bei der Neu-Ulmer Stadtverwaltung zuständig für das Kulturprogramm. „Die Inszenierung ist ganz, ganz großartig und das Bühnenbild sehr sympathisch. Es steckt auch viel Nachdenkenswertes darin, die Götter als Militärs darzustellen, die den Menschen in den Krieg schicken. Von den Stimmen war ich hellauf begeistert, vor allem von I Chiao Shih; weil die Musik die Stimmen nicht begleitet, sondern irgendwie ein Eigenleben hat, spürt man erst die Leistung der Sänger. Aber auch die schauspielerische Komponente ist toll. Da kommt so viel Emotion beim Zuschauer an!“ Sie habe jede Minute genossen, sagt Kuch.

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Elisabeth Kast aus Ulm urteilte: „Toll gemacht! Diese Musik gibt den Sängern die Möglichkeit, sich zu beweisen, und sie haben sich bewiesen. Die Frauen in dieser Inszenierung sind ganz stark, vor allem Maria Rosendorfsky als Minerva und Edith Lorans als Telemachos. Aber auch Don Lee spielt und singt die Rollen von Neptun und Antinoos großartig. Das muss man wirklich gesehen und gehört haben.“

„Uns hat der Abend sehr, sehr gut gefallen“, sagten Jürgen und Renate Götz aus Ulm am Ende der Premiere. „Die Musik ist großartig. Die Kostüme, die dargestellten Typen – wir haben uns keine Sekunde gelangweilt, obwohl der Abend doch sehr lange war.“ Außerdem, so Renate Götz, „bekommt man etliche Weisheiten vermittelt, und die sind nicht die Schlechtesten.“

„Eine sehr, sehr gute Inszenierung“, lobt der Ulmer Jürgen Steinacker. „Das Bühnenbild interpretiert die Stimmung am Hof und die innere und äußere Zerrissenheit toll, und die Musik Monteverdis stellt die Stimmen frei. Am schönsten sind die kleinen Nebengeschichten, die abseits des jeweiligen Fokus ablaufen.“ Die Zeitgenossen des 21. Jahrhunderts waren bei der Uraufführung 1640 nicht dabei, sagt Steinacker und lacht. „Aber das Humoristische hatte die Uraufführung wohl auch in einer solchen Weise. Hans-Günther Dotzauer liegt das Komödiantische, seine Interpretation des verfressenen Iro macht einfach Spaß.“

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