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Landkreis Neu-Ulm

12.10.2019

Starkfeld: Noch keine Flüchtlinge im Speicherbau

Ins Speichergebäude im Starkfeld sollen Flüchtlinge einziehen.

Eigentlich hätte das große Gebäude im Neu-Ulmer Starkfeld längst belegt sein sollen. Doch heuer wird wohl niemand mehr einziehen, glaubt der Landrat

Eigentlich hätten schon längst Flüchtlinge in das gewaltige Speichergebäude im Neu-Ulmer Starkfeld einziehen sollen. Doch bisher tut sich dort noch nichts. Ursprünglich war der Bau als eine Nebenstelle des Ankerzentrums Donauwörth gedacht, doch das löst die Regierung von Schwaben bis Jahresende auf. Die Asylbewerber sollen in dezentrale Einrichtungen verlegt werden. Eine davon: der Speicherbau im Starkfeld.

Geplant war, ihn bereits im Sommer mit Alleinstehenden und Familien zu belegen, die überwiegend aus der Türkei, Nigeria und Gambia stammen. Der Speicherbau aus der Nazi-Zeit kann bis zu 250 Menschen eine Unterkunft auf Zeit bieten. Doch ob und wann sie kommen, steht offenbar in den Sternen. Wie Landrat Thorsten Freudenberger jetzt den Mitgliedern des Kreisausschusses erklärte, müssten in dem Gebäude noch „bauliche Maßnahmen“ getroffen werden. Heuer werde dort wohl niemand mehr einziehen, sagte er.

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Der Speicherbau im Gewerbegebiet soll einmal die größte Flüchtlingsunterkunft im Landkreis werden. Dagegen regte sich bisher kein nennenswerter Widerstand in der Bevölkerung. Eine Informationsveranstaltung der Regierung blieb im Frühjahr vor lediglich drei Dutzend Interessierten ausgesprochen ruhig. Bei einer ähnlichen Veranstaltung in Mering im Kreis Augsburg, wo ebenfalls über eine solche Großunterkunft informiert wurde, ging es hoch her, zumal die rechtsextreme Identitäre Bewegung die Diskussion für einen Auftritt missbrauchte. Die Regierung will Asylsuchende nach dem Wegfall des Donauwörther Zentrums auf kleinere Unterkünfte in Augsburg, Mering, Kempten und Neu–Ulm verteilen.

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Im Landkreis Neu-Ulm leben derzeit noch 670 Asylbewerber. Im Jahr 2016 waren es noch 1800. Die Menschen stammen überwiegend aus Syrien, dem Irak und Nigeria, außerdem aus dem Iran, der Türkei, Afghanistan und Eritrea. Seit dem Höhepunkt der sogenannten Flüchtlingskrise im Jahr 2015 ist die Zahl der Unterkünfte von 70 auf 24 geschrumpft, die vom Landkreis betrieben werden. Zwei Gemeinschaftseinrichtungen befinden sich in der Regie der Regierung von Schwaben. Die eine befindet sich in Senden, die andere in Neu-Ulm.

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Wie aus einem Bericht des Landratsamtes hervorgeht, existieren noch elf Helferkreise mit rund 300 Frauen und Männern, die sich um Flüchtlinge kümmern. Landrat Freudenberger beteuerte im Kreisausschuss, das Asylthema habe sich mitnichten erledigt, denn das sei vielmehr eine Daueraufgabe. Im gleichen Atemzug versicherte er: „Wir wollen ein menschlicher Landkreis sein.“ Er lobte in diesem Zusammenhang den Einsatz der Kommunen, aber vor allem der vielen Helferinnen und Helfer. Ihnen kommt nun eine wichtige Rolle bei der Vermittlung von Wohnungen zu, denn anerkannte Flüchtlinge tun sich weiterhin schwer, Unterkünfte auf dem freien Markt zu finden. Ehrenamtlichen gelingt es aber immer wieder über persönliche Kontakte, Vermieter zu überzeugen.

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