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Neu-Ulm

04.11.2014

Steht bald ein Hundertwasser-Haus mitten in Neu-Ulm?

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Viele Farben und architektonische Spielereien – das zeichnet Gebäude aus, die nach den Ideen von Friedensreich Hundertwasser gestaltet wurden.
Bild: Alexander Kaya, dpa

Zwei Stadträte fordern einen "Tourismusmagneten". Der Oberbürgermeister steht dem Vorschlag offen gegenüber. Doch wie kommt man an ein Haus von einem Künstler, der nicht mehr lebt?

Wien hat das wohl bekannteste seiner Art. In Essen steht ein ganzer Park. An der A7 bei Dettingen erinnert eine Raststätte an ihn. Und geht es nach den CSU-Stadträten Waltraud Oßwald und Rupert Seibold, könnte Neu-Ulm in ein paar Jahren ebenfalls eines bekommen: ein Hundertwasser-Haus. Anlässlich der jüngsten Diskussionen rund um das ehemalige LEW-Gebäude haben sich die beiden Politiker in einem Antrag an Oberbürgermeister Gerold Noerenberg und die Verwaltung gewandt: Sie sollen prüfen, ob auf dem Gelände am Heiner-Metzger-Platz ein Haus nach dem Gusto des 2000 gestorbenen österreichischen Künstlers Friedensreich Hundertwasser realisierbar wäre.

Stadträte machen sich für mehr Kultur und Tourismus stark

Als drittgrößte Stadt Schwabens habe Neu-Ulm bislang noch zu wenige touristische Attraktionen, um Gäste anzulocken, schreiben Oßwald und Seibold. Mit der DAV-Kletterhalle, der Ratiopharm-Arena und bald der Glacis-Galerie seien zwar erste Schritte getan, diese reichten aber ihrer Meinung nach noch nicht aus. „Neu-Ulm sollte sich überwinden und es wagen, einen Touristenmagneten in der Mitte der Stadt zu platzieren“, erklären die Stadträte. Die aktuelle und angedachte Nutzung des LEW-Gebäudes durch die Stadtbücherei, das Stadtarchiv und diverse Künstler seien weitere Gründe, in diese Richtung zu denken.

Zumal Neu-Ulm dringend Touristen brauche, sagen Oßwald und Seibold, die sich dabei auf aktuelle Studien beziehen, bei denen Neu-Ulm unter 20 bayerischen Städten in der Bekanntheit lediglich auf Rang 15 liege. „Mit dem Bau eines solch markanten Objektes würde der altbekannte Spruch ’Das schönste an Neu-Ulm ist der Blick nach Ulm’ endgültig der Vergangenheit angehören“, betont das Stadträte-Duo. Zudem seien Hundertwasser-Häuser vielfältig nutzbar. Die in der Regel äußerst farbenfroh wie märchenhaft – oftmals mit Türmen, Spiralen, goldenen Kuppeln und kaum rechten Winkeln – gestalteten Gebäude würden durch ihre klein- und großräumige Aufteilung Platz für Hotels, Büros, Praxen, Kunst, Kultur und Wohnungen bieten. Da die Planung und Umsetzung eines solchen Haues allerdings mehrere Jahre in Anspruch nehmen würde, solle der Antrag eine Umsetzung in „zumindest absehbarer Zukunft“ in die Wege leiten.

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Politische Entscheidungen für den "Hingucker" fehlen

Allerdings gibt es bislang noch keinerlei politische Entscheidungen, wie es am Heiner-Metzger-Platz weitergehen soll. Im Wahlkampf hatte Oberbürgermeister Noerenberg angekündigt, angesichts der gegenüber in die Höhe schießenden Glacis-Galerie das sanierungsbedürftige LEW-Gebäude noch in dieser Legislaturperiode ins Visier nehmen zu wollen. Diese Idee griff wenige Monate später auch Neu-Ulms neuer Stadtbaudirektor Markus Krämer auf und sprach von einer Vision, an dieser Stelle für einen „Hingucker in der Innenstadt“ sorgen zu wollen.

OB Noerenberg erklärte gestern, dass er der Idee, am Metzger-Platz ein Gebäude mit außergewöhnlicher Architektur zu bauen, prinzipiell sehr offen gegenüber stehe: „Ob das unbedingt Hundertwasser sein muss oder eher in eine Richtung geht wie das Stadthaus auf dem Münsterplatz in Ulm oder das Brückenhaus der Sparkasse, muss sich dann zeigen.“ Und hänge nicht zuletzt von den städtischen Finanzen ab. „Es ist nicht so, dass wir in den nächsten Jahren einfach mal so ein paar Millionen Euro übrig haben werden“, sagte Noerenberg. Zudem könne das LEW-Gebäude nicht ohne weiteres abgerissen werden. Das ließen bestehende Mietverträge und die aktuelle Nutzung durch die Stadtbücherei nicht zu.

Stadtverwaltung soll Realisierung mit den Erben klären

Dazu ist zu klären, in wie weit es überhaupt möglich ist, 14 Jahre nach dem Tod des Künstlers, in seinem Namen ein Haus zu bauen. Stadträtin Waltraud Oßwald ist diesbezüglich optimistisch. Erst 2005 sei in Magdeburg ein von Hundertwasser entworfenes Gebäude eingeweiht worden.

„Ich denke, es gibt noch sehr viele Motive und Ideen von ihm, über deren Realisierung man mit seinen Erben sprechen müsste“, sagt Oßwald. Darum solle sich nun aber die Stadtverwaltung kümmern – vorausgesetzt, der gestellte Antrag findet in einer der nächsten Sitzungen im Stadtrat ausreichend Befürworter.

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