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Ulm/Dornstadt

07.11.2019

Steuerschulden: Zoll setzt Fernbus bei Dornstadt fest

Dieser Fernbus durfte nach einer Zollkontrolle nicht weiterfahren, die Passagiere strandeten nachts bei Dornstadt.
Bild: Thomas Heckmann

Etliche Passagiere stranden nachts an der B10 bei Dornstadt. Beamte von Polizei und Zoll decken bei der groß angelegten Kontrolle auch weitere Verstöße auf.

Ein gemeinsame Kontrollaktion von baden-württembergischer und bayerischer Polizei sowie vom Ulmer Zoll hat am Dienstag an der B10 bei Dornstadt stattgefunden. Dabei hatte die Polizei wenig Fahndungserfolg zu verzeichnen, der Zoll dafür umso mehr.

Rund 50 Beamte hatten sich am Nachmittag an der ehemaligen Tankstelle an der B10 versammelt. Mit am Einsatzort: Zelte für Vernehmungen und Urinkontrollen sowie ein Lastwagen mit Lichtmast, der das Gelände so hell wie einen Fußballplatz beleuchtete. Zahlreiche Kleinbusse von Polizei und Zoll mit Büroausstattung dienten dazu, die Daten von Ausweisen und Führerscheinen zu überprüfen, um Fälschungen zu entdecken oder offene Haftbefehle zu erkennen.

Dornstadt: Große Kontrollaktion von Polizei und Zoll

Die bayerische Polizei hatte drei zivile Fahrzeuge mitgebracht. Sie schwärmten auf die Autobahn aus, um aus dem Verkehr von Elchingen kommend Fahrzeuge herauszuholen und zum Kontrollplatz zu bringen. Die baden-württembergische Polizei hatte ebenso drei Fahrzeuge im Einsatz, die unauffällig auf der Autobahn zwischen Tomerdingen und Dornstadt pendelten und von dort Richtung Bayern fahrende Fahrzeuge nach Dornstadt umleiteten. Zwei Wagen des Hauptzollamtes Ulm waren zusätzlich im Dornstadter Umkreis unterwegs. Am Kontrollplatz überprüften Beamte die Papiere der Fahrzeuge und aller Insassen. Zöllner durchsuchten verdächtige Fahrzeuge auf Schmuggelgut, Polizisten suchten gleichzeitig nach Drogen oder Waffen. Auch die Ladungssicherung in den Transportern wurde überprüft.

Steuerschulden: Zoll setzt Fernbus bei Dornstadt fest

Einige Autofahrer wurden wegen Anzeichen auf Drogenkonsum in ein separates Zelt geführt, in dem sie unter Aufsicht ihren Urin auf Teststreifen geben mussten. Zweimal zeigten die Teststreifen Drogenkonsum an, das Auto musste stehen bleiben und der Fahrer für eine Blutentnahme zum Arzt. Auch ein verbotenes Messer fanden die Polizisten. Die Polizei setzte zudem darauf, Einbrecher zu fassen. Doch bei den Kontrollen wurde weder Diebesgut noch Einbruchswerkzeug gefunden.

Steuerschulden: Fernbus muss bei Ulm stehen bleiben

Der Zoll erreichte einige Ermittlungserfolge. Neben den üblichen Funden von zu vielen Zigaretten, die über die Grenze in die EU gebracht wurden und nun nachversteuert werden mussten, fiel den Beamten ein Reisebus auf. Nachdem ein Polizeihund das Gepäck erfolglos nach Drogen durchschnüffelt hatte, widmeten sich die Zöllner dem Reisebus an sich. Der ausländische Busbesitzer hatte Steuerschulden im fünfstelligen Eurobereich, deswegen untersagten die Zöllner vor Ort die Weiterfahrt des Busses.

Eine Sicherstellung des Busses war unmöglich, da es ein Leasingfahrzeug ist. Die Fahrgäste im Bus mussten dennoch aussteigen, ihre Fahrt ging vorerst nicht mehr weiter. Andere Busse wurden nach Dornstadt umdirigiert, um die gestrandeten Passagiere nach Stuttgart oder Karlsruhe zu bringen. Ein Steuerberater zahlte noch in der Nacht einen fünfstelligen Betrag, damit der nun leere Bus wieder freigegeben wurde.

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