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Wullenstetten

08.07.2019

Stinkende Klos: Wullenstetter Schüler haben die Nase voll

Der Geruch der Bubentoilette an der Grundschule Wullenstetten ist unerträglich. Jetzt erwarten sich die Schüler Hilfe vom Bürgermeister.
Bild: Andreas Brücken

Plus Die Toiletten der Grundschule Wullenstetten sind veraltet und müssen dringend saniert werden. Die Mitglieder des Schülerparlaments wenden sich an den Bürgermeister.

Kinder und Lehrer der Grundschule Wullenstetten haben die Nase voll: Seit vielen Jahren strömt aus der Bubentoilette ein unerträglicher Geruch. Der Grund dafür sind die veralteten Pissoirs im Keller, die nur in 15-minütigen Abständen spülen. Im Schülergremium, an dem Vertreter aus den ersten bis zu den vierten Schulklassen teilnehmen, brachten die Kinder jüngst das Thema auf den Tisch.

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Schon sechs Mal haben sich die insgesamt 18 Teilnehmer in diesem Schuljahr getroffen. Konzentriert und aufmerksam sitzen die Buben und Mädchen im Stuhlkreis zusammen, während Schulleiterin Hildegard Zinner, die das Mitbestimmungsprojekt ins Leben gerufen hat, die Sitzung leitet.

Schüler beklagen unerträgliche Zustände auf den Toiletten

Fragen, wie die von Nico aus der dritten Klasse, „warum auf dem Parkplatz nicht gerannt werden darf“, werden hier geklärt. Auch Probleme werden im Kindergremium offen und sachlich besprochen, etwa wenn Körbe mit Spielsachen für den Pausenhof von den zuständigen Mitschülern unzuverlässig rausgefahren wurden. Gemeinsam suchen dann die Schüler nach Lösungen. „Ziel unserer pädagogischen Arbeit ist, Kindern ihre Rechte mitzuteilen, ihnen Beteiligungsformen näherzubringen und sie zu demokratischen, selbstständig handelnden Menschen zu erziehen“, sagt Zinner.

Stinkende Klos: Wullenstetter Schüler haben die Nase voll

Die unerträglichen Zustände in der Toilette sollten noch vor den Sommerferien behandelt werden und eine Sondersitzung wurde einberufen: Um ihrem Ärger Luft zu machen, haben sich die Buben und Mädchen mit einem Brief an Bürgermeister Raphael Bögge gewandt und ihn in die Schule eingeladen. Auf eine lange Diskussion mussten sich die Schüler freilich nicht einlassen. Ein kurzer Besuch des „stillen Örtchens“ hat gereicht, um den Bürgermeister davon zu überzeugen, dass die Situation im Keller bis zum Himmel stinkt.

Aus der Luft gegriffen haben die Kinder derweil ihren Wunschzettel nicht. Vielmehr praktisch und zeitgemäß waren ihre Forderungen an den Bürgermeister: eine bessere Belüftung, automatische Spülungen für die Pissoirs und Bewegungssensoren für das Licht, damit dieses nicht den ganzen Tag brennen muss.

Bögge zeigt Verständnis, kann aber so schnell nichts ändern

Der Rathauschef zeigte zwar volles Verständnis für die Nöte seiner jungen Bürger, musste aber gleichzeitig eingestehen, dass auch er die Situation nicht in wenigen Tagen ändern könne. Stattdessen müsste geprüft werden, wie groß die Baustelle für die Toiletten werden würde: „Erst muss die Stadtverwaltung klären, wie teuer die Baumaßnahmen werden, um sie dann dem Stadtrat vorzulegen, der darüber abstimmen wird.“

Um die Schüler jedoch nicht unnötig lange in der dicken Luft stehen zu lassen, versprach Bögge, diesen Antrag so schnell wie möglich den Ratsmitgliedern vorzulegen. Gleichzeitig nahm der Bürgermeister auch die Buben und Mädchen in die Pflicht: „Ihr müsst eure Ideen einbringen und auf der Baustelle regelmäßig nach dem Rechten sehen.“

Schulleiterin Zinner freute sich darüber, dass für die lang ersehnte Sanierung der Toiletten nun der Anstoß gegeben wurde. Einen Wermutstropfen mussten die Beteiligten dennoch schlucken: Bis die Planungen, Ausschreibungen, Finanzierung und Durchführung für das Toilettenprojekt abgeschlossen sind, werden voraussichtlich die Sommerferien im kommenden Jahr vergangen sein.

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