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01.03.2014

Stören Kinder den Waldfrieden?

Kinder im Wald stören die Jagd, sagt die Jagdgenossenschaft.
Bild: Deger

Jäger fordern Entschädigung

Thalfingen Durch den Kindergarten im Auwald würden Rehe und andere Forstbewohner gestört: 1022 Euro Schadensersatz fordert die Jagdgenossenschaft Thalfingen deshalb. Drei Räte im Elchinger Bau- und Umweltausschuss können das nicht nachvollziehen.

„Die Kinder sind mittags wieder aus dem Wald heraus, dann können sich die Rehe sicher wieder vom Umtrieb der kleinen Naturkundlern erholen“, sagte Thomas Böhm (SPD) sarkastisch. Auch Monika Kühl (Umweltliste Eule) und Josef Kletting (UFWG) waren der Meinung, dass durch die beaufsichtigten Kinder im Alter bis zu drei Jahren kein Schaden für die Jagd entstehen könne, da sich die Kinder meist nur am Waldrand aufhielten. Die geforderten 1022 Euro Steuergelder, die als Entschädigung gefordert wurden, könne man wahrscheinlich besser anlegen, als sie gut situierten Jagdgenossen zu überweisen, waren die drei überzeugt.

„Erstens ist der Geldbeutel anderer Leute für uns tabu und zweitens kann keiner von uns den Schaden abschätzen, der der Jagdgenossenschaft entsteht“, sagte Karl Mayer (CSU). „Wir sollten uns hier an das Gutachten des Bayerischen Bauernverbandes halten.“ Allerdings sollte der Jagdgenossenschaft signalisiert werden, dass die Entschädigung jeweils für ein Jahr bewilligt sei und dass die Ausschussmitglieder für die Zukunft eine Bewertungsgrundlage brauchten.

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Auch Rudi Niedermeier (CSU) wollte eine exakte Auskunft darüber haben, ob durch den Waldkindergarten weniger Wild geschossen werden konnte.

Armin Menz (FWE) berichtete von seinem Besuch bei der Jahresversammlung der Jagdgenossenschaft: Dort wurde erwähnt, dass die Jäger das Gebiet um den Waldkindergarten für die Jagd als „tot“ erklärt hätten. Er gab zu bedenken, dass es wegen dieses Betrages für die Entschädigung nicht wert sei, „die Dinge auf die Spitze zu treiben“. Er schlug vor, mit der Jagdgenossenschaft den Vertrag über drei Jahre zu beschließen und dann die Angelegenheit neu zu bewerten.

Er wurde in dieser Meinung von Richard Rösch (DGO) unterstützt, der bemerkte, dass der Schaden nicht bei den Jägern, sondern bei den Antragstellen, den Jagdpächtern, entstehe. Der Ausschuss beschloss mit 9:3 Stimmen, dass die Jagdgenossenschaft Thalfingen für das Jahr 2014 eine Entschädigung von 1022 Euro als Ausgleich für den Betrieb des Waldkindergartens erhalten wird. (mde)

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