Unternehmen

22.02.2012

Stoffe für Dubai

Hier entsteht Werbung im XXL-Format: Mediengestalter Massimo Pedicillo an einer Maschine, die nahtlos im Riesenformat drucken kann.
Bild: Andreas Brücken

Die Neu-Ulmer Firma Iraci bedruckt Textilien – und ist im Markt vorn dabei

Neu-Ulm In der riesigen Druckmaschine saust ein kleiner schwarzer Kasten von links nach rechts und von rechts nach links. Gut drei Meter legt er dabei zurück, er hinterlässt eine bunte Spur auf dem Stoff. Stück für Stück erscheint auf dem Textil das Foto eines Bierglases und der Spruch „Ulms flüssiges Gold“.

Geschäftsführer Andreas Iraci schmunzelt. „Wenn mich jemand fragt, was die Firma Iraci eigentlich macht, habe ich kurz ein Problem, das tatsächlich darzustellen.“ Eigentlich ist es aber ganz einfach: Die Iracis drucken – auf so ziemlich allem und in jedem Format.

Zwei Brüder leiten das Familienunternehmen

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Meterhohe Werbebanner, Messestände, Baugerüst-Umhüllungen: Andreas Iraci und sein Bruder Daniel haben es am liebsten möglichst groß. Bis zu fünf Meter Breite und Längen bis zu hundert Metern können die beiden in ihrer Firma nahtlos drucken.

Dabei nutzen sie überdimensionale Tintenstrahldrucker, deren Ergebnisse mit UV-Licht versiegelt werden. Dadurch sind sie wind- und wetterfest. „Unser größtes Format war bisher eine Rundumbespannung für Peri“, erzählt Andreas Iraci. Die Weißenhorner Firma hatte Drucke auf einer Fläche von 3000 Quadratmetern bestellt.

Inhaber von „Iraci – visuelle Medien“ sind Andreas Iraci, 41 Jahre alt und Geschäftsführer und sein Bruder Daniel. Der 33-Jährige leitet die Produktion. Ein Familienunternehmen – mit mittlerweile 21 Angestellten. „In den gut vier Jahren, die wir hier im Pfaffenweg sind, konnten wir richtig wachsen“, erzählt Andreas Iraci. Am vorherigen Standort habe man nur neun Mitarbeiter gehabt. Insgesamt ist das Unternehmen bereits seit über 30 Jahren in Neu-Ulm, gegründet als Fotostudio und -labor vom Vater der beiden Brüder. Spezialisiert haben sich die Iracis vor allem auf Textildruck. Werbebanner für den Schweizer Schmuck- und Uhrenhersteller Chopard, den Autohersteller Audi oder die Landesgartenschau: Die meisten Menschen in der Region haben ein Produkt der Iracis schon gesehen. Bei ihren Messeständen liefern sie Möbel und Lichtsysteme für die Kunden gleich mit. Deshalb gehören auch Monteure zum Team der Firma.

Sind die Stoffe oder Fahnen bedruckt, werden sie von den Näherinnen umgenäht. Durch die sogenannte Flachkeder-Technik können die bedruckten Stücke dann ganz einfach in einen Alurahmen eingespannt werden. Auch Privatkunden können hier Bedrucktes herstellen lassen. Es gibt zum Beispiel Textilien, die sich wie eine Tapete an die Wand kleben lassen oder klassische Leinwand-Drucke. In der Produktionshalle piepst, zischt und rattert es. Es riecht nach Metall und Farbe. Eine Maschine stanzt mit einem Laser ein filigranes Blütenmuster aus weißem Stoff. „Das geht nach Dubai, die langen Bahnen sollen dort ein Gebäude verschönern“, sagt Andreas Iraci.

Firma steigert Umsatz um 30 Prozent

Im vergangenen Jahr konnten die Iracis richtig durchstarten: 2011 lag der Umsatz bei 2,5 Millionen Euro, etwa 30 Prozent mehr als im Jahr davor. Davon ist auch Neu-Ulms Oberbürgermeister Gerold Noerenberg begeistert: „Respekt, es gehört schon was dazu, wenn man rechtzeitig sieht, in welche Richtung die Entwicklung geht.“

Andreas Iraci freut sich über das Lob. Bei allem Wachstum will er aber trotzdem bodenständig bleiben. Dazu gehört auch, dass die einzelnen Großkunden keinen zu hohen Anteil am Gesamtumsatz ausmachen. Wenn ein Kunde wegfällt, müsse er von den anderen kompensiert werden können: „Wir wollen weiter wachsen, aber langsam und stetig – ohne ein zu großes Risiko.“

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