Neu-Ulm
08.04.2014

Stolpersteine auch für Neu-Ulm

Stadträte sprechen sich für Projekt aus

In über 800 Städten in Deutschland gibt es sie schon: die „Stolpersteine“ des nordrhein-westfälischen Künstlers Gunter Demnig. Kleine Gedenktafeln aus Messing, platziert auf Pflastersteinen, sollen dabei an Opfer des Nationalsozialismus’ erinnern. In Ulm gründete sich erst vor wenigen Wochen eine Initiative, die sich dem Projekt widmen und im Sommer die ersten Stolpersteine verlegen will. Nun soll in Neu-Ulm Ähnliches auf den Weg gebracht werden.

Nach einem Antrag der FDP–Fraktion haben gestern die Stadträte im Ausschuss für Bürgerdienste, Familie und Kultur der Stadtverwaltung einstimmig den Auftrag erteilt, das Projekt Stolpersteine gemeinsam mit Bürgern, Schulen, kirchlichen und sozialen Trägern auch in Neu-Ulm zu verwirklichen. Laut einer Einschätzung der Verwaltung könnte schon am 27. Januar 2015, am 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, der erste Stein verlegt werden.

Wie viele folgen könnten und vor allem, an wen diese erinnern sollen, ist indes noch nicht klar. Aus Archivunterlagen ist zumindest bekannt, dass nachweislich elf Juden aus Neu-Ulm deportiert und in Konzentrations- und Vernichtungslagern ums Leben gebracht worden sind. Wie es sich mit anderen Opfern verhält, müsste von den Verantwortlichen erst noch recherchiert werden, hieß es gestern in einer Erklärung aus dem Rathaus. (bmi)

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