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Strafzinsen: Die Sparkasse verkauft sich schlecht

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Kommentar Von Sebastian Mayr
25.10.2019

Plus Geld für eine Leistung zu verlangen ist das gute Recht einer Bank. Unglücklich ist aber die Informationspolitik gegenüber den Kunden - nicht zum ersten Mal.

Geld für eine Leistung zu verlangen ist das gute Recht einer Bank. Die Sparkasse Neu-Ulm-Illertissen darf von ihren Kunden Verwahrentgelt dafür verlangen, dass sie Geld auf Konten eingelegt haben. Den Weg, den das Institut einschlägt, sind auch andere Banken gegangen. Aber dieser Weg ist die Ausnahme. Unglücklich ist die Entscheidung nicht nur deswegen. Unglücklich ist auch die Informationspolitik gegenüber den Kunden. Und unglücklich handelt die Sparkasse Neu-Ulm-Illertissen nicht zum ersten Mal.

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Auch wenn die Entscheidung im Neu-Ulmer Brückenhaus, wo das Kreditinstitut seinen Sitz hat, wohl früher gefallen ist: Die Sparkasse führt die Verwahrentgelte ausgerechnet kurz nach einem EZB-Beschluss ein, der die Banken entlastet. Kein guter Zeitpunkt. Und das hastige Nachsteuern mit neuen Briefen an die betroffenen Kunden zeigt: Die Informationen waren zumindest missverständlich. Vom Freibetrag war im Schreiben an die Kontoinhaber keine Rede und den Beratern gelang es offenbar auch in den persönlichen Gesprächen nicht, die Pläne der Sparkasse verständlich zu erklären.

Sparkasse Neu-Ulm-Illertissen agiert erneut unglücklich

Die Sparkasse Neu-Ulm-Illertissen verkauft sich schlecht, wie so oft in der jüngeren Vergangenheit. In Illertissen sorgte sie anfang 2011 für Ärger und Unverständnis, weil sie Stadträte und Öffentlichkeit mit der Planung für einen Neubau völlig überfuhr, ohne zunächst ausreichend zu informieren. Da machte das Wort von der „Gutsherrenart“ die Runde. Als sie in Neu-Ulm ihren Schriftzug über dem Tor des Brückenhauses so anbrachte, dass die restliche Donauinsel zum Hinterhof degradiert wurde, regten sich die betroffenen Anwohner zu Recht auf. Ohnehin hatte das Geldhaus wenig sensibel versucht, zunächst eine Planung ohne Architektenwettbewerb durchzudrücken. Ihren Ruf ramponierte die Bank nicht zuletzt mit der Kündigung von 17 Mitarbeitern im Jahr 2015. Es war vor allem die Art, wie die Menschen vor die Tür gesetzt wurden – zusammen mit dem untauglichen Versuch, den Vorgang unterm Deckel zu behalten. Dass die Fusion der Sparkassen Neu-Ulm-Illertissen und Günzburg vor allem an den Vorbehalten der Günzburger gegenüber dem Auftreten des Neu-Ulmer Bankchefs Armin Brugger gescheitert ist, sei hier nur am Rande erwähnt.

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Es hätte also eigentlich ausreichend Gelegenheiten gegeben, Schlüsse zu ziehen und sich nach außen besser zu verkaufen.

Lesen Sie dazu auch: Sparkasse verlangt Strafzinsen für Geld auf dem Girokonto

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