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Ulm

22.04.2015

Straßenbahn: Jetzt wird’s ernst

Die Straßenbahn ist auf dem Weg: Im Mai soll der Baubeschluss für die Linie 2 gefasst werden. Was während der Bauzeit bis 2018 auf die Bürger zukommt, erfuhren die Stadträte in der Sitzung des Bauausschusses.
Bild: Alexander Kaya

Im Juli beginnen die Bauarbeiten an der Linie 2 in Ulm.  Autofahrer und Busfahrgäste müssen sich auf Staus, Sperrungen und andere Zumutungen einstellen.

Die Vorbereitungen für den Bau der neuen Straßenbahnlinie 2 sind auf der Zielgeraden. Der Baubeschluss soll im Mai im Gemeinderat gefasst werden. Und bereits im Juli rollen die Bagger an. Die Bauarbeiten starten an einer der kniffligsten Stellen der ganzen Strecke, nämlich an der Kienlesbergbrücke, die gleich neben der Neutorbrücke über die Bahngleise errichtet wird. Hier muss sich die Stadt eng mit der Bahn abstimmen, die an dieser Stelle an der ICE-Neubaustrecke nach Stuttgart baut. Parallel werden dann die Arbeiten für die Tram Richtung Kuhberg und hoch zur Wissenschaftsstadt auf den Oberen Eselsberg vorangetrieben.

Es muss schnell gehen. Weil das Förderprogramm des Bundes für solche kommunalen Verkehrsprojekte 2019 ausläuft und unklar ist, was danach kommt, muss das Bauvorhaben bis 31. Dezember 2018 fertiggestellt und komplett abgerechnet sein. Ansonsten könnten der Stadt Millionen an Fördergeldern verloren gehen. Gleichzeitig müssen die Planer von Stadt und SWU Verkehr dafür sorgen, dass der Busverkehr aufrecht erhalten wird und die Einschränkungen für Autofahrer möglichst gering bleiben. Auch die Bedürfnisse der Anwohner sowie der Rettungsdienste, Polizei und Feuerwehr müssen unter einen Hut gebracht werden. Wie komplex die Pläne sind, bekamen am Dienstag die Mitglieder des Bauausschusses vor Augen geführt. In 70 einzelne Bauphasen ist der Streckenast zur Wissenschaftsstadt unterteilt, jede aufeinander abgestimmt. Richtung Kuhberg sind es immerhin 18. Dass das innerhalb des engen Zeitrahmens nicht ohne Einschränkungen funktioniert, steht fest. „Das wird eine Zumutung werden“, sagte Ingo Wortmann, Geschäftsführer der SWU Verkehr. „Der Pkw-Verkehr wird schwierige Bedingungen bekommen, der Busverkehr auch.“

Noch ist der Baustellenfahrplan nicht komplett festgezurrt, doch eine Verkehrsflusssimulation hat die Knackpunkte auf der Strecke bereits aufgezeigt. Vor allem an der Neutorstraße, im Lehrer Tal und auf dem Eselsberg rund um Uni und Universitätsklinikum drohen demnach lange Rückstaus. „Es wird nicht einfach, da wird’s auch Ärger geben“, ist sich Baubürgermeister Alexander Wetzig sicher. Teilweise wird es Sperrungen, Einbahnstraßenregelungen und großräumige Umleitungen geben. Die Haltestellen in der Neutorstraße (beim Theater) und am Mähringer Weg werden wegfallen, stattdessen werden die Busse zur Wissenschaftsstadt über Weinbergweg und Bleicher Hag geführt. Der Verkehr am Ehinger Tor wird zunehmen. Und weil die Haltestelle Hauptbahnhof wegfällt, müssen die SWU-Busse während der Bauphase am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) halten. Das bedeutet 600 zusätzliche Abfahrten jeden Werktag. Derzeit sind es 500 am Busbahnhof. Deshalb müssen auf jeden Fall die Fernbusse weichen. Sie werden komplett nach Böfingen verlagert.

„Der helle Wahnsinn“, befand Gerhard Bühler (FWG) angesichts der logistischen Herausforderungen. „Wir werden viel Aufklärungsarbeit leisten müssen“, war sich Brigitte Dahlbender (SPD) sicher. Winfried Walter (CDU) regte an, eine Beschwerdestelle für die Bürger einzurichten.

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