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03.05.2014

Streit ums Königsfischen

<p>Symbolfoto</p>
Bild: dpa

Sendener Fischer wollen Klarheit, Bundestagsabgeordnete schalten sich

Klarheit in Sachen Königsfischen forderte der Sendener Fischereiverein Illertal in seiner Jahreshauptversammlung im März. Denn schon mehrere Vereine in der Region hatten wegen solcher Traditionsveranstaltungen juristischen Ärger mit der Tierrechtsorganisation Peta bekommen, die Klagen einreichte. Nun hat sich CSU-Bundestagsabgeordneter Georg Nüßlein eingeschaltet und den Sendenern den Rücken gestärkt.

Nach mehreren von den Peta-Tierrechtlern angestrengten Verfahren befürchteten Fischereivereine in den vergangenen Monaten, dass ihnen wegen des traditionellen Wettfischens ebenfalls der Vorwurf der Tierquälerei gemacht wird. Die Tierrechtler behaupten, dass es gegen das Tierschutzgesetz verstößt, Fische zu Wettbewerbszwecken zu töten. „Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen“, heißt es im Tierschutzgesetz. Peta geht davon aus, dass Sinn und Zweck des Angelns beim Königsfischen nicht im Verzehr der Fische, sondern in erster Linie im Wettbewerb besteht und es somit als Straftat zu ahnden sei.

„Das Königsfischen ist ein ganz normales Fischen, bei dem die Tiere hinterher auch verwertet werden“, sagt dagegen Ulrich Spiß, Vorsitzender des Illertaler Fischereivereins. Es sei den Fischern unverständlich, dass diesbezüglich solche Bedenken angemeldet werden. Seine Mitglieder planen also auch für diesen Sommer ihr jährliches Königsfischen. „Wir lassen das auf uns zukommen“, erklärt Spiß. Er hat sich aber mit seiner Bitte um juristische Klärung an den Fischereiverband Schwaben gewandt.

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Nun hat er auf sein Anliegen Antwort erhalten – vom Bundestagsabgeordneten Georg Nüßlein.

Jener kann die Proteste der Tierrechtler ebenfalls nicht nachvollziehen. „Kein Teilnehmer eines Königsfischens und kein Hobby-Angler in Deutschland soll beim Fischen Angst haben müssen, danach in den Knast zu gehen oder tausende Euro zu bezahlen“, erklärte Nüßlein. Dieser Gedanke sei „absurd“. Nüßlein hatte sich in der Sache sowohl an den Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Christian Schmidt, als auch dessen bayerischen Amtskollegen Helmut Brunner gewandt und um Klarstellung gebeten. Deren Standpunkte stärken die Position der Fischer.

Brunner: Fische werden bei Traditionsveranstaltung gefangen

„Zum waidgerechten Angeln gehört grundsätzlich auch das Ziel der Verwertung des Fischs als Nahrungsmittel. Eine solche Verwertung ist auch im Rahmen eines Wettangelns möglich“, schreibt Bundesminister Christian Schmidt dazu. Brunner sieht den Sachverhalt ähnlich. „Allein die Tatsache, dass die Fische beim Königsfischen auch im Rahmen einer Traditionsveranstaltung gefangen werden, lässt den vernünftigen Grund für das Angeln nicht entfallen, wenn die Fische anschließend verzehrt werden“, heißt es in Brunners Stellungnahme. Er glaubt, dass die Lage nun geklärt ist, hat doch im März die Augsburger Staatsanwaltschaft im Verfahren um das Königsfischen einer dortigen Fischergilde „mangels hinreichenden Tatverdachts“ eingestellt.

Die Staatsanwälte sahen also in diesem Fall die Fischverwertung und nicht den Wettbewerbscharakter im Zentrum der Veranstaltung.

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