Newsticker

ÖBB stellt fast alle Nachtzüge von Österreich und der Schweiz nach Deutschland ein
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Stühlerücken im Sendener Stadtrat

Generationenwechsel

19.05.2015

Stühlerücken im Sendener Stadtrat

Manfred Frisch
4 Bilder
Manfred Frisch

Edwin Petruch übernimmt Fraktionsspitze der Freien Wähler

Der Sendener Stadtrat steht in seiner Sitzung am heutigen Dienstag vor dem womöglich größten Generationenwechsel seiner Geschichte: Zwei verdiente Mitglieder haben nach Jahrzehnten des ehrenamtlichen Engagements um ihre Entlassung gebeten: Der Wullenstetter Möbel- und Immobilienunternehmer August Inhofer gibt nach 45 Jahren auf, Manfred Frisch nach 37 Jahren. Neuer Vorsitzender der CFW/FWG-Fraktion im Sendener Stadtrat wird Josef Petruch. Der 50-jährige selbstständige Straßenbauunternehmer kündigte gestern gegenüber der NUZ an, er werde die sechsköpfige Rathausriege der Freien Wählern im „bisher bewährten Stil zum Wohle der Stadt“ führen. Eine Konfrontation mit dem neuen Bürgermeister bahnt sich schon an: Die Freien Wähler lehnen eine Schließung des Bahnübergangs in der Hauptstraße rundweg ab.

Der Rückzug von August Inhofer und Manfred Frisch kam für viele in der Sendener Kommunalpolitik nicht überraschend, es war lediglich der Zeitpunkt, der die Insider verblüffte. Es hatte wohl Überlegungen gegeben, dass die beiden sich erst Mitte der Legislaturperiode – also in zwei Jahren – aus dem Stadtrat zurückziehen. Dass sie es nun nach fast genau einem Jahr der neuen Amtszeit getan haben, erstaunte manche. Sie haben in zeitgleichen und nahezu identischen Briefen an den Bürgermeister ihre Entlassung aus dem Ehrenamt als Stadtrat beantragt. Beide bedauern darin, dass sie das Mandat ihrer Wähler „nun nicht mehr im geplanten Umfang erfüllen können.“ Es wird für den Stadtrat in der heutigen Sitzung, die um 19 Uhr beginnt, nur Formsache sein, diesen Anträgen zuzustimmen. Eine Verabschiedung, in der die Verdienste der beiden kommunalpolitischen Urgesteine der Stadt besonders gewürdigt werden, wird es am 25. Juni geben.

Mit dem Stühlerücken innerhalb der Fraktion steht den Freien Wählern im Sendener Stadrat auch eine personelle Neuausrichtung bevor. Neuer Fraktionschef wird Edwin Petruch. Er ist in einer Sitzung der Freien Wähler vor einer Woche einstimmig zum Nachfolger von Manfred Frisch an der Spitze der Rathausriege der Freien Wähler gewählt worden. Diese Personalentscheidung sei nie infrage gestellt worden, zumal Hans-Manfred Allgaier für diese Position nicht zur Verfügung stand.

Petruch ist jetzt seit sieben Jahren Stadrat. Stellvertretender Fraktionsvorsitzender bleibt Franz-Josef Wolfinger.

Fraktion lehnt eine Schließung des Bahnübergangs ab

In der Fraktionssitzung haben die sechs Mitglieder der CWF/FWG-Fraktion auch ihre Haltung bekräftigt, dass sie bei der Abstimmung am 28. Juli gegen eine Schließung des Bahnübergangs in der Hauptstraße votieren wird. „Da sind wir geschlossen“, erklärte Petruch. Allein schon im Sinne der Ladengeschäfte in der Innenstadt dürfe es keine Teilung im Sendener Kern geben.

Die vom Bürgermeister ins Gespräch gebrachte Alternative eines Tunnels, der im Bereich der Haydnstraße unter den Bahngleisen hindurchführen soll, ist nach den Worten von Hans-Manfred Allgaier für die Freien Wähler kein Thema, da auch dies den Tod der Innenstadt bedeute. „Wer diesen Umweg nehme, der fahre nicht zurück in die Hauptstraße, sondern steuere gleich den Sendener Norden an, erklärte Allgaier. Beispiele aus anderen Städten wie Vöhringen belegen, wohin dies führe, wenn die Innenstadt von den Verkehrsströmen abgekoppelt werde, erklärte Allgaier, der im übrigen glaubt, dass die jetzt diskutierten Alternativvorschläge auch bei einer breiten Bevölkerungsschicht auf Ablehnung stoßen.

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren