Newsticker
Bundes-Notbremse in Kraft – Inzidenz steigt
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. "Stunde der Wintervögel": Bürger sollen wieder Vögel zählen

Landkreis

10.01.2020

"Stunde der Wintervögel": Bürger sollen wieder Vögel zählen

Ein Feldsperling an einem Futterspender. Wer bei der Zählung „Stunde der Wintervögel“ mitmachen will, kann gut solche Futterstellen beobachten.
Foto: Ludwig Holl/LBV

Bis Sonntag läuft die „Stunde der Wintervögel“, jeder Bürger kann teilnehmen. Bei dem Forschungsprojekt gibt es immer wieder Überraschungen.

Landkreis Alle Natur- und Vogelfreunde im Landkreis Neu-Ulm sind am Wochenende wieder gefragt: Denn dann ruft der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) zusammen mit seinem bundesweiten Partner Nabu zur mittlerweile 15. „Stunde der Wintervögel“ auf. Diese findet von Freitag bis Sonntag, 10. bis 12. Januar, statt. Bürger sollen bei dem Forschungsprojekt eine Stunde lang Vögel zählen – und anschließend ihre Beobachtungen melden. Dabei spielt es keine Rolle, ob man vom Wohnzimmerfenster, vom Balkon aus, am Futterhaus, im Garten oder im Park zählt. „Hauptsache mitmachen“, sagt der Biologe Ralf Schreiber von der LBV-Kreisgruppe Neu-Ulm.

Mit den Meldungen sammeln die beiden Naturschutzverbände auch wichtige Daten über die Verbreitung und das Verhalten häufiger heimischer Vogelarten. Selbst wenn das Wetter schlecht oder wie momentan eigentlich gar nicht winterlich ist und nur wenige Vögel zu sehen sind, ist laut Schreiber jede eingegangene Meldung wichtig. Denn je mehr „Bürgerforscher“ mitmachen, desto besser wird die statistische Aussagekraft der Ergebnisse.

Im vergangenen Jahr beteiligten sich bundesweit 138.000 Menschen mit Meldungen aus 95.000 Gärten und Parks. Im Landkreis Neu-Ulm waren es 367 Vogelfreunde und 271 Meldungen. „Das kann man doch noch toppen“, findet Schreiber. Ob allerdings die knapp 40 Vögel pro Garten erreicht werden, bezweifelt er angesichts der milden Witterung.

"Stunde der Wintervögel" findet von 10. bis 12. Januar statt

Neben den sogenannten „Standvögeln“, die das ganze Jahr über in Deutschland bleiben, ließen sich immer wieder auch zusätzliche Wintergäste beobachten, die aus dem noch kälteren Norden und Osten nach Mitteleuropa ziehen. Aber auch einheimische Arten sorgen bei den Experten manchmal für Überraschungen. So berichtet Schreiber, dass Vogelkundler im vergangenen Herbst einen massiven Einflug von Eichelhähern nach Deutschland beobachtet haben. Im Oktober 2019 registrierten Vogelzugzählstationen bis zu 16 mal so viele Eichelhäher wie sonst.

Besondere Kenntnisse sind für die Wintervogelzählung übrigens nicht nötig. Vor allem diejenigen, die sich mit Vogelstimmen nicht gut auskennen, brauchen bei der „Stunde der Wintervögel“ keine Sorgen haben, beruhigt Schreiber: „Die Vögel singen jetzt ohnehin kaum.“ Dafür kann man sie im weitgehend unbelaubten Garten oder an der Futterstelle recht gut sehen. Wer will, kann sich „Nachhilfe“ aus Bestimmungsbüchern holen oder über die LBV- oder die Nabu-Internetseite Details über die häufigsten Wintervögel nachlesen. Online kann man die Zählung auch gleich in ein Meldeformular eingeben oder sich eine Zählhilfe herunterladen und ausdrucken. „Und dass man – quasi nebenbei – mit der Meldung auch noch tolle Preise gewinnen kann, schadet garantiert auch nicht“, sagt Schreiber mit einem Augenzwinkern.

Mehr Informationen zur „Stunde der Wintervögel“ wie Steckbriefe von Vögeln und ein Online-Eingabeformular gibt es auf der Homepage der LBV-Kreisgruppe Neu-Ulm. (az)

Das könnte Sie auch interessieren:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren