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Tourismus

28.08.2012

Suche nach dem perfekten Stellplatz

Das einzige derzeitige Gelände für Wohnmobile in der Friedrichsau hat den Charme eines größeren Parkplatzes, es gibt keinen Strom oder andere Annehmlichkeiten. Außerdem mangelt es an Stellplätzen: Mit rund 50 Stück platzt es oft aus allen Nähten.
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Das einzige derzeitige Gelände für Wohnmobile in der Friedrichsau hat den Charme eines größeren Parkplatzes, es gibt keinen Strom oder andere Annehmlichkeiten. Außerdem mangelt es an Stellplätzen: Mit rund 50 Stück platzt es oft aus allen Nähten.

Goldochsenwiese und altes Donaubad sind als Fläche für Wohnmobile im Gespräch

Ulm/Neu-Ulm Hart umkämpft sind die schattigen Ecken am Ulmer Wohnwagenstellplatz unweit des Messegeländes an der Friedrichsau. Wer Glück hat, ergattert einen Platz unter den Bäumen auf dem staubigen Parkplatz. Zu den Wenigen gehört auch Hans-Jürgen Wolfram. Der 65-jährige Rentner ist gerade in Ulm angekommen und studiert die Stellplatzkarte. „Wenn ich jetzt noch wüsste, wo die nächste Bushaltestelle ist, wäre ich zufrieden“, meint er und lacht.

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Parkplatzatmosphäre statt Wohnmobilistentraum

Zusammen mit seiner Frau ist der Nordfriesländer auf der Durchreise. Der Ruf des Münsters hat sie nach Ulm gelockt. Wo sie ihr Wohnmobil stehen lassen, war für sie schnell klar. Dank mangelnder Alternativen war der Stellplatz in der Nähe des Ulmer Congress-Centrums die einzige Lösung. Doch obwohl das Gelände mehr Parkplatzatmosphäre als einen Wohnmobilistentraum hergibt, lässt sich Wolfram nicht beirren. „Das ist funktionell und die Stadt ist gut zu erreichen.“

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Doch bald könnte Schluss sein mit der Friedrichsau als Ausgangspunkt für Wohnmobilisten – denn ab 1. Januar 2013 soll die Umweltzone in Ulm verschärft werden. Dann dürfen Fahrzeuge mit gelben und roten Plaketten nicht mehr bis in die Friedrichsau fahren – es sei denn, einem Antrag der Stadt auf Aufschiebung der Verschärfung wird stattgegeben. In diesem Fall dürften Fahrzeuge mit gelben Plaketten noch bis zum 1. Januar 2014 in die Umweltzone fahren. Die Verschärfung trifft viele Wohnmobilbesitzer, weiß Wolfgang Dieterich, Geschäftsführer der Ulm/Neu-Ulm Touristik (UNT): „Nur die neueren Fabrikate haben grüne Plaketten, Wohnmobile werden aber ja oft jahrelang gefahren und sind auch nicht immer nachrüstbar.“

Ulm, Neu-Ulm und die UNT suchen deshalb schon seit einiger Zeit einen neuen möglichen Stellplatz für Wohnmobile, der außerhalb der Umweltzone liegt und daher weiterhin für ältere und abgasintensivere Mobile anfahrbar ist. Zwei Flächen sind derzeit in der Diskussion: die Goldochsenwiese in Neu-Ulm und das alte Donaubad. In einer Machbarkeitsstudie hat die UNT die Eignung der Goldochsenwiese für einen solchen Stellplatz prüfen lassen. Demnach sei die Wiese dafür sehr gut geeignet – obwohl die Fläche im Hochwassergebiet liegt.

„Das Problem würde sich aber mit entsprechenden Maßnahmen regeln lassen“, sagt Dieterich. Die Stromversorgung müsste beispielsweise geschützt werden. Sonst sei die Lage neben dem Freizeitbad Wonnemar ideal. Laut dem Gutachten würde sich für das Gelände ein Platz anbieten, der – im Gegenteil zum Platz in der Friedrichsau – mit Strom, W-Lan und einer Aufsicht aufwarten kann. „Es wäre ein luxuriöseres Angebot für die Leute, die auch bereit sind, zehn Euro pro Tag dafür zu bezahlen“, erklärt Dieterich.

30 Stellplätze in der ersten Stufe angedacht

In der ersten Ausbaustufe sind 30 Stellplätze angedacht, was rund ein Viertel der Gesamtfläche in Anspruch nehmen würde. Der Platz würde auch das bisherige Gelände an der Friedrichsau entlasten, meint Dieterich: „Das platzt oft aus allen Nähten.“ Insgesamt würden sich die Kosten für den entsprechenden Umbau der Goldochsenwiese laut Gutachten auf rund 150000 Euro belaufen. Neu-Ulm pachtet die bisher ungenutzte Fläche für jährlich über 60000 Euro von privat.

Nun hat die UNT den Ball zurück an die Städte Ulm und Neu-Ulm gespielt. Denn auch das alte Donaubad ist als neuer Wohnmobilstellplatz denkbar. Die Verwaltungen sollen jetzt prüfen, welcher Platz besser geeignet ist. Dazu müsse auch der zukünftige Standort des „Kulturbiergartens“, früher in der Neu-Ulmer Flussmeisterei, geklärt werden, für den ebenfalls das alte Donaubad im Gespräch ist. „Was die Kosten angeht, ist das Gelände des alten Donaubads günstiger, weil die Ver- und Entsorgung schon geregelt ist und die Fläche außerdem nicht im Hochwassergebiet liegt“, erklärt Dieterich. Wegen der Nähe zur Adenauerbrücke und zur Bundesstraße könnte der Platz allerdings zu laut sein.

Was Ulm und Neu-Ulm nach wie vor fehle, sei ein Platz für Camper, sagt Dieterich. Auch nach jahrelangen Bemühungen habe sich noch keine geeignete Fläche gefunden. „Ein Platz auf Privatgrund an der Illerbrücke ist aus Kostengründen gescheitert, am Brandstätter See hat es aus Naturschutzgründen bisher nicht geklappt“, erläutert Dieterich.

Das Ehepaar Keller, das gerade sein Mittagessen vor dem Campingwagen genießt, nimmt vorerst mit dem Gelände an der Friedrichsau vorlieb. Die beiden sind zufrieden mit dem Stellplatz: „Wir bleiben drei Tage. Dafür ist das hier optimal.“ "Kommentar Seite 25

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