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07.03.2009

Summ, summ, summ: zu Besuch bei den Bienen

Buch-Ritzisried "Hmmh!" Wie jeden Morgen schmiert sich Paula ein Honigbrot. Doch, oje! Das Glas ist ja schon wieder leer. Sofort macht sie sich auf und watschelt nach Ritzisried zu Imker Christian Mayer, um neuen Honig zu kaufen. "Uuui", staunt Paula, als sie am Bienenhaus ankommt, "die sind aber heute emsig." "Ja, momentan solltest Du draußen besser keine Wäsche aufhängen", lacht der Imker.

Von Paula Print und Dagmar Falzboden

"Wieso das denn?", will Paula natürlich sofort wissen und Mayer erklärt ihr, dass Bienen in den ersten warmen Tagen nach dem Winter ihren Stock säubern. "Ach so, da würde die Wäsche ja gleich wieder schmutzig", hat Paula verstanden.

Vor dem Verkaufsregal bleibt der kleinen Ente der Schnabel offen stehen: "Du meine Güte, sind das viele verschiedene Honigsorten! Woher wissen Imker eigentlich welche Sorte Honig die Bienen gesammelt haben?", fragt sie neugierig. "Erst mal musst Du wissen, dass die Bienen keinen Honig, sondern Nektar sammeln. Durch Drüsen in ihrem Kopf werden Fermente, das sind Eiweißstoffe, die den Zucker im Nektar aufspalten, zugesetzt. So wird daraus Honig", erklärt der Vorsitzende des Imkervereins Altenstadt.

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"Die Honigsorte können Imker bestimmen, weil sie wissen, was gerade blüht. Anfang Mai gibt es beispielsweise noch keinen Waldhonig", erklärt Mayer. Und im Frühling, wenn es noch relativ kalt ist, würden sie sich nur einige hundert Meter vom Stock entfernen. "Und", fügt er hinzu, "sie sammeln das, was am Attraktivsten ist. Bei Raps können sie zum Beispiel ihren Honigmagen sehr schnell füllen. Wenn der in der Nähe blüht, dann fliegen sie natürlich dort hin." "Ach so!", weiß Paula jetzt. "Können Imker die Honigsorte auch am Geschmack erkennen?", fragt sie weiter. "Ja, aber das kannst Du auch", sagt Mayer und öffnet ein Glas mit gelbem Honig darin. Mit einem kleinen Löffel darf Paula probieren. "Mmmh, ist der süß!", schwärmt Paula. Dann bekommt sie noch eine Kostprobe aus einem der anderen Gläser. Dieser Honig ist braun. "Nein! Da war der gelbe ja viel besser. Der braune Honig schmeckt ein bisschen wie Malz", findet Paula. "Na siehst Du, den Waldhonig hast auch Du sofort am Geschmack erkannt, er ist herb und malzig, der Blütenhonig hingegen schmeckt sehr süß", lobt Mayer. Wenn wir Imker uns wirklich mal unsicher sind, um welche Sorte es sich handelt, dann schicken wir eine Probe an ein Institut. Dort werden die Pollen ausgezählt, dann wissen wir ganz genau, welchen Honig wir haben," erklärt Mayer. "Lecker!" Paula probiert sich durch sämtliche Honigsorten. Da gibt es sogar Honig, der mit gemahlenen und gerösteten Haselnüssen, mit Erdbeer-, Orangenaroma oder mit Weihnachtsgewürzen verfeinert ist! "Wie gut, dass es Bienen gibt!", schwärmt Paula. "Ja", entgegnet der Imker, "Bienen sind wirklich sehr wichtig für unsere Natur, für die Erhaltung der Artenvielfalt in unserer Region." "Klar", das weiß Paula, "schließlich bestäuben sie unsere Obstbäume."

Jetzt ist unsere Zeitungsente wirklich ratlos. "Welche Honigsorte nehme ich denn nur mit nach Hause? Blütenhonig, Waldhonig, Blüten-Waldhonig, mit Kaffee verfeinert oder vielleicht doch lieber den mit Bananenaroma…?"

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