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Neu-Ulm

31.01.2019

Suppentreff: Mehr als nur eine warme Mahlzeit

Im Einsatz beim Johannes’ Suppentreff: Die ehrenamtlichen Helfer Christine Hahn und Cüneyd Derda Akgül servieren den Besuchern Eintopf. An diesem Tag gibt es Gaisburger Marsch – und danach wie immer Kaffee und Kuchen.
Bild: Alexander Kaya

Die Malteser Neu-Ulm bieten seit November einen Suppentreff für obdachlose, einsame und finanziell bedürftige Menschen an. Das Projekt kommt gut an.

In der Geschäftsstelle der Malteser herrscht Trubel: Fünf ehrenamtliche Helfer eilen mit gefüllten Suppentellern von einem schön gedeckten und voll besetzten Tisch zum nächsten. Gaisburger Marsch gibt es heute – und mancher der Besucher nimmt da gerne einen Nachschlag. Eine davon ist Gudrun. Die 52-Jährige, die ihren Nachnamen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte, kommt gerne her. Sie hat eine chronische Erkrankung, hat keinen Job, wohnt derzeit in einer Notunterkunft. Für Menschen wie Gudrun, die obdachlos sind, wenig Geld haben oder einfach einsam sind, bieten die Neu-Ulmer Malteser seit November in ihrer Geschäftsstelle zweimal im Monat den Johannes’ Suppentreff an – und das mit großem Erfolg.

Beim ersten Mal kamen acht Leute, beim zweiten Mal waren es schon doppelt so viele, erzählt Pia Eble, die die Neu-Ulmer Geschäftsstelle der Malteser leitet und auch Ansprechpartnerin beim Suppentreff ist. „Jetzt kommen immer zwischen 25 bis 30 Menschen, manche auch erst abends gegen 18 Uhr.“ Sie betont: „Ohne die ehrenamtlichen Helfer ginge gar nichts – sonst kann man noch so viele schöne Ideen haben.“ Beim Suppentreff sind immer Ehrenamtliche im Einsatz. „Das ist inzwischen ein eingespieltes Team“, sagt Eble.

Ercan Erol engagiert sich mittlerweile seit drei Jahren bei den Maltesern, war lange Zeit in der Flüchtlingshilfe aktiv, jetzt gehört er zum Suppentreff-Team. Die Besucher seien immer eine bunt gemischte Gruppe, erzählt er: „Es sind nicht nur Obdachlose, sondern viele, die einfach alleine sind.“ Das Angebot, betont er, sei für jedermann gedacht – eben auch für alte Damen, bei denen die Rente nicht reicht. „Es sind nette Leute, die man ins Herz schließt“, fügt Helferin Christine Hahn hinzu.

Suppentreff der Malteser: Manche Besucher wollen einfach ein bisschen reden

Es gebe recht viele Obdachlose in Neu-Ulm, doch an solchen Angeboten gebe es nicht so viele, habe Eble bei ihrer ersten Recherche bemerkt, bevor sie das Angebot der Malteser auf die Beine gestellt hat. Die Ulmer Vesperkirche sei beispielsweise nur eine punktuelle Einrichtung. Doch für Eble bietet der Suppentreff viel mehr, als nur eine warme Mahlzeit – sondern vor allem auch Gesellschaft. „Die Leute kriegen vielleicht schon Essen irgendwo. Aber hier geht es auch darum, ihnen einfach zuzuhören.“ Zudem gebe es ein großes Angebot an Spielen. „Aber manche wollen einfach lieber schwätzen“, sagt Eble.

Genau deshalb findet der Suppentreff auch an Feiertagen statt, beispielsweise am zweiten Weihnachtsfeiertag, wo die Einsamkeit oft groß ist. An jenem Nachmittag gab es auch noch etwas Besonderes: ein Adventssingen. Auch die 52-jährige Gudrun schätzt den Austausch mit den Maltesern. „Mit Frau Eble kann man toll reden, auch über Probleme.“ Manchmal komme sie deshalb auch einfach so auf der Dienststelle vorbei.

Ziel des Suppentreffs ist es, den Besuchern einen einfachen Eintopf anzubieten, später gibt es Kaffee und Kuchen. Selbst kochen dürfen die Malteser in der kleinen Küche aber nicht – dafür müssten sie sich an umfangreiche Vorgaben wie bestimmte Hygienebestimmungen halten. Einmal im Monat wird das Essen von der Metzgerei Geydan Gnamm gespendet – deren Chefin habe sich von alleine bei Eble gemeldet und Unterstützung angeboten, als sie von dem Projekt hörte.

Suppentreff in Neu-Ulm: Es sind Termine bis Juli geplant

Bis zum Juli sind bereits Termine für den Suppentreff festgelegt. Wenn es nach Eble geht, soll es das Angebot aber auch in den Sommerferien geben. „Dann kommen zwar weniger, aber das macht ja nichts.“ Ihr Wunsch wäre auch eine größere Dienststelle in der Neu-Ulmer Innenstadt. Dann wäre auch Platz für noch mehr Besucher des Suppentreffs.

Kontakt: Der Johannes’ Suppentreff findet jeden zweiten Mittwoch statt, das nächste Mal am kommenden Mittwoch, 6. Februar, von 16 bis 19 Uhr in der Geschäftsstelle der Malteser Neu-Ulm, Augsburger Straße 42. Dafür werden auch immer ehrenamtliche Helfer und Sponsoren gesucht. Diese können sich bei der Geschäftsstelle unter den Nummern 0731/725656-17 oder -19 melden.

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