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Neu-Ulm

30.01.2020

Tablets für fast jedes Neu-Ulmer Klassenzimmer

Neu-Ulmer Schulen werden mit Tablets ausgestattet.
Bild: Ulrich Wagner (Symbolbild)

Neu-Ulmer Grund- und Mittelschulen erhalten neue Computer – wann sie WLAN bekommen, ist allerdings unklar.

Die Stadt Neu-Ulm will die Grund- und Mittelschulen mit Tablets für den Unterricht ausstatten. Für insgesamt 111 mobile Endgeräte stehen im Haushalt 252.000 Euro zur Verfügung. Die Ausschreibung für die digitale Ausstattung der Klassenzimmer hat der Ausschuss für Bildung, Familie und Kultur jetzt einstimmig beschlossen.

„Das ist die erste Tranche“, erläuterte Fachbereichsleiter Ralph Seiffert in der Sitzung. Das bedeutet: Nicht für jeden der 101 Klassenräume an den Grundschulen und der 48 Klassenräume an den Mittelschulen wird sofort ein iPad oder ein Windows-Tablet zur Verfügung stellen. Das sei aber mit den Schulen so abgesprochen, sagte Seiffert. „Die können damit so arbeiten, wie sie wollen.“ In einem ersten Schritt sei es deshalb nicht nötig, für alle Fachräume und Klassenzimmer Tablets anzuschaffen.

Den Löwenanteil der Kosten übernimmt voraussichtlich der Freistaat. Die Stadt hat bei der Regierung von Schwaben einen Förderantrag gestellt. Maximal 90 Prozent der Kosten können über das bayerische Digitalbudget für das digitale Klassenzimmer bezuschusst werden. Julia Lidl-Böck ( CSU) wunderte sich gleichwohl über die hohe Investitionssumme: „Ich finde es unwahrscheinlich, was das kostet.“ Oberbürgermeister Gerold Noerenberg (CSU) stimmt ihr mit deutlichen Worten zu: „Ich gebe Ihnen recht, das wird ein Schweinegeld kosten.“ Zumal unklar sei, wie viel die Stadt in Zukunft für die digitale Ausstattung der Schulen ausgeben müsse. „Wir wissen vieles noch nicht, wir tasten uns da erst ran“, sagte der OB. Die in Aussicht gestellte Förderung sei jedenfalls im Moment eine einmalige Sache, betonte Ralph Seiffert. Folgekosten für Service, Garantie und Lizenzen dürften bei der Stadt hängen bleiben. Doch wie sieht es eigentlich mit WLAN in den Schulen aus?

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Insgesamt will die Stadt 111 Tablets für 252.000 Euro anschaffen

Das wollten Christa Wanke (FDP) und Christina Richtmann (FWG) wissen. „Können Sie sicherstellen, dass bis zum Beginn der Haushaltsberatungen Zahlen vorliegen?“, fragte Richtmann. Ralph Seifferts klare Antwort: „Nein.“ Ein Planungsbüro müsse sich zunächst alle Liegenschaften anschauen und berechnen, wo überall Hotspots installiert werden sollen. „Das ist ein laufender Prozess“, sagte Gerold Noerenberg. „Wir sind da von externer Zuarbeitung abhängig.“ Er schlug vor, dass die Verwaltung im zweiten Halbjahr einen Bericht über den aktuellen Stand vorlegt. Trotz der offenen Fragen sprach Antje Esser (PRO) vom „Beginn einer großen Initiative“.

Bereits dem Ende nähert sich das Modellprojekt „Medienkompetenz in der Frühpädagogik stärken“. Das städtische Kinderhaus Donaukinder nimmt seit Mitte 2018 als eine von 100 Kitas in Bayern daran teil. Die Ergebnisse sollen nach Abschluss des Projekts in den bayerischen Bildungs- und Erziehungslehrplan einfließen. Das Neu-Ulmer Kinderhaus wurde für den Versuch mit verschiedenem technischem Equipment ausgestattet, unter anderem mit Tablets, Drucker, Beamer, Lautsprecher und Mikrofon. Alle 13 Mitarbeiter der Kita und 62 Kinder nehmen teil. Es wurden Regeln für den Umgang mit den iPads festgelegt. Zum Beispiel, dass kein Kind die Geräte allein nutzen darf und dass die Tablets stets als Werkzeug betrachtet werden, nicht zum bloßen Anschauen von Videos oder für Spiele. Stattdessen fotografierten die Kinder bis jetzt viel und machten bei ersten Projekten mit, beispielsweise einem Bilderbuchkino oder einem Geräuschememory. „Wir fanden den Aufbau und die Durchführung des Modellversuchs sehr gelungen“, sagte Anita Müller, die Leiterin des Kinderhauses.

Was jetzt noch fehlt, ist eine „Kita-App“. Damit könnten tägliche Aufgaben erleichtert werden, etwa das Führen von Anwesenheitslisten oder das automatische Abmelden von kranken Kindern, ohne dass die Eltern anrufen müssen. Ob die Kita die technische Ausstattung nach dem Ende des Modellprojekts behalten darf, ist noch unklar.

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