Ausstellung

28.03.2011

Tanzende Zeichen

Reigen der Farben und Formen: Nach dem Tanz „Tarantella“ ist dieses Bild der Berliner Künstler Ulrike Seyboth benannt, das derzeit in ihrer Ulmer Ausstellung zu sehen ist.
Bild: Foto: Andreas Brücken

Smudajeschek Galerie zeigt Ulrike Seyboth im Studio F

Ulm In das ehemalige Studio F ist die Kunst zurückgekehrt: Wo einst Mäzen und Sammler Kurt Fried den Ulmern die Gegenwartskunst lehrte, zeigt nun die Galeristin Charlotte Smuda-Jeschek Gemälde und Zeichnungen von Ulrike Seyboth. Es ist die mittlerweile vierte „Outside“-Aktion der Galerie.

Ulrike Seyboth, geboren 1970, studierte an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Inzwischen lebt und arbeitet sie nach Jahren in Frankreich wieder in der Hauptstadt. Ihre assoziativen Ölbilder entstehen in oft monatelangen Prozessen, in denen sie immer wieder neue Schichten aufträgt oder auch vorhandenes wieder abschleift. So entstehen Bilder, in denen die intensive Farbigkeit mit dem dominierenden Weiß ringt. Ein wenig erinnern ihre Arbeiten in ihrer so filigranen wie zufälligen Zeichenhaftigkeit an das Werk des abstrakten Expressionisten Cy Twombly, doch Seyboths Arbeiten sind dichter, körperlicher, weiblicher. Wie Twombly verwendet Seyboth neben Ölfarbe auch Ölkreide und Graphitstift.

Immer wieder geht es in ihnen um Musikalität, wie die (erst nach der Fertigstellung der Bilder entstandenen) Titel suggerieren: „Notes – La valse“ oder „Tarantella“. Doch in Arbeiten wie „BKRATT“ mit seinen dunkelgrauen, flächigen Übermalungen tritt dieser tänzerischen Leichtigkeit auch eine heftige Dunkelheit und Brutalität gegenüber. Von geradezu malerischer Qualität sind auch die Zeichnungen, die die Ausstellung abrunden: Auch im Skizzenbuch verzichtet Seyboth nicht auf Übermalungen.

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Reizvoll auch das Zusammenspiel mit dem Raum: Das zarte Licht und der ornamentale Stuck des Jugendstilsaals an der Olgastraße scheinen in der Formensprache der Seyboth-Arbeiten einen künstlerischen Widerhall zu finden. (mgo)

Ausstellung bis 21. Mai im Studio F, Olgastraße 129. Geöffnet immer Freitag 16 bis 19 Uhr (außer Karfreitag), sonst nach Vereinbarung unter Telefon (0731) 9340792 oder (0173) 3110309. Heute, Samstag, Sonderöffnung von 11 bis 15 Uhr.

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