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Ulm/Neu-Ulm

04.07.2016

Tatort Donaufest: Fahnen sind bei Dieben begehrt

Beliebt bei Besuchern – und Dieben: die Donaufest-Fahnen.
Bild: Alexander Kaya

Schon 15 Flaggen wurden in den ersten Nächten gestohlen. Die Langfinger zeigten dabei auffällige Vorlieben.

Auf dem Donaufest gehen die Diebe um – und sie haben es auf die Fahnen abgesehen, die rund um das Festgelände flattern: Laut Ralf Milde, so etwas wie der Fahnenwart der Veranstaltung, sind seit der Montage am Donnerstagabend ganze 15 Stück verschwunden. Und sie wurden nicht einfach nur geklaut, schimpft der Ulmer Stadtrat und Künstler: „Die Fahnen sind ja fest verkeilt; die Leute haben die Bambusstangen aus den Halterungen herausgebrochen.“

Ein bisschen Schwund ist immer, aber dieses Jahr ist das Interesse an den bunten Flaggen besonders groß – was man auch als Lob werten könnte: Ihr Schöpfer, der Künstler Dragan Matic aus der serbischen Donaustadt Novi Sad, gestaltete sie in wochenlanger Arbeit unter Mithilfe seiner Studenten an der dortigen Kunstakademie in den Nationalfarben der einzelnen Donauländern, jeweils angeordnet in einem Fischgrätmuster.

Laut Milde hatten die unbekannten Langfinger jedoch auffällige Vorlieben: So wurden allein drei Fahnen mit den Deutschlandfarben gestohlen. Waren da etwa Fußballfans am Werk? Milde kann da nur spekulieren. Zur Sicherheit sei der Wachdienst am Samstag, der Nacht des Viertelfinales gegen Italien, noch einmal verstärkt worden. Aber da waren die 15 Fahnen auch schon weg: auf der Ulmer Stadtmauer, der Herd- und der Eisenbahnbrücke; das Neu-Ulmer Ufer blieb unbehelligt.

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Seitdem hat sich die Lage beruhigt und Milde und sein Team haben die Fahnen so umgesteckt, dass keine auffälligen Lücken zu sehen sind – Ersatz gibt es nicht, jedes der 650 Exemplare ist ein Unikat. Der vom Künstler intendierte Farbverlauf sei aber trotzdem gestört, was Milde ärgert. Eine mögliche (aber nicht ganz ernst gemeinte) Alternative für die Zukunft: „Wir machen weiße Fahnen rein und schreiben ‚geklaut‘ drauf.“

Einfach so davonkommen lassen wollen die Donaufest-Organisatoren die Diebe nicht – Milde nimmt telefonisch sachdienliche Hinweise entgegen. Ein erster vielversprechender sei bereits eingangen, sagt der Stadtrat: Ein Anrufer habe ihm berichtet, dass in seinem Schrebergarten in Blaustein am Wochenende plötzlich drei Donaufest-Fahnen aufgetaucht seien. Milde machte sich selbst auf den Weg, um den vermeintlichen Dieb zu enttarnen. Doch es war eine falsche Fährte: Die Fahnen, die in dem Garten aufgebaut waren, stammten vom Donaufest 2014 und waren legal erworben.

Diesen Weg empfiehlt Milde dringend allen weiteren Interessenten – zumal der Preis recht moderat ist: Für 45 Euro das Stück werden die Fahnen nach Ende des Festes verkauft. Der ideelle Wert während des Festes sei ungleich höher. (mgo)

Kontakt: Ralf Milde nimmt Hinweise auf den Verbleib der gestohlenen Fahnen unter Telefon 0171/3440521 entgegen. Es gibt auch einen Finderlohn. Offiziell verkauft werden die Fahnen am Dienstag, 12. Juli, um 17 Uhr auf dem Münsterplatz.

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