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Ulm

26.06.2017

Terror-Verdächtiger bleibt in Untersuchungshaft

Eine Sondereinheit der Polizei hat in Ulm einen terrorverdächtigen Flüchtling festgenommen.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Nach dem Polizeieinsatz in der Ulmer Oststadt werten die Ermittler nun die Handys und den Computer des festgenommenen Flüchtlings aus. Er steht im Verdacht, Mitglied einer Terror-Miliz zu sein.

Der Verdächtige, ein 27-jähriger syrischer Flüchtling, sitzt weiterhin in Untersuchungshaft. Er steht im Verdacht, der Terrororganisation Dschabhat al-Nusra anzugehören. Deshalb hatte die Polizei am frühen Freitagmorgen seine Wohnung in der König-Wilhelm-Straße gestürmt und Beweismittel gesichert. Bei der Hausdurchsuchung fanden die Beamten auch etwa 100 Gramm Cannabis. Wegen dieses Drogenfundes hat die Staatsanwaltschaft Ulm Haftbefehl beantragt. Die Ermittlungen wegen des Terror-Verdachts führt dagegen die Generalstaatsanwaltschaft in Stuttgart.

Wie ein Sprecher der Anklagebehörde sagte, hatte die Polizei nach einem Zeugenhinweis die Ermittlungen aufgenommen. Dem 27-Jährigen werde die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Dabei gehe es um Taten, die sich vor zwei, drei Jahren in Syrien abgespielt haben sollen. „Ob er Mitglied der Dschabhat al-Nusra war und für die gekämpft hat, ist Gegenstand der Ermittlungen“, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft. Um das herauszufinden, sollen nun die beschlagnahmten zwei Handys und der Laptop des Tatverdächtigen ausgewertet werden. Spezialisten suchen etwa nach Bildern, Videos und Chats, die Hinweise darauf geben könnten, dass der Mann an Kämpfen der Dschihadisten-Miliz teilgenommen hat. Weil sich der Verdächtige gerade in Deutschland aufhält, ermittelt die Polizei in diesem Fall, auch wenn es sich ausschließlich um Taten handelt, die im Ausland begangen worden sein sollen. Der Zugriff der Beweissicherungs- und Festnahme-Einheit (BFE) des Polizeipräsidiums Einsatz in Göppingen sei erfolgt, um Beweismittel zu erlangen. Da die Polizei jedem Hinweis auf Terror-Verdacht nachgehe, könne es immer wieder zu solchen Einsätzen wie in der Ulmer Oststadt kommen, erläuterte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft. Bis die Datenträger ausgewertet sind, werden voraussichtlich mehrere Wochen vergehen. Denn dazu muss auch ein Dolmetscher eingeschaltet werden. Der tatverdächtige 27-Jährige bestreitet, der Dschabhat al-Nusra, einem Ableger des Terror-Netzwerkes al-Qaida, anzugehören.

Ob der Flüchtling allein wohnte und wie lange er sich bereits in Ulm aufhielt, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft nicht. Er betonte jedoch: „Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass ein Anschlag geplant war.“ Zu möglichen weiteren Verdächtigen wollte sich der Behördensprecher nicht äußern. Das derzeitige Verfahren richte sich aber nur gegen den 27-Jährigen.

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