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Ulm/Neu-Ulm

16.11.2018

Test mit tonnenschweren Kränen auf der Gänstorbrücke

Seit Monaten ist die Gänstorbrücke halbseitig gesperrt. Am Wochenende testen Spezialisten, wie stark das Bauwerk belastet werden darf.
Bild: Alexander Kaya

Spezialisten wollen herausfinden, wie viel das Bauwerk über die Donau aushält. Das kommt auf Autofahrer und Fußgänger zu.

200 Mal fahren Testfahrzeuge am Wochenende über die Gänstorbrücke, für den normalen Verkehr ist das Bauwerk gesperrt. Teilweise sind dort 48 Tonnen schwere Kräne unterwegs und bei 50 Stundenkilometern Vollbremsungen vor. So wollen Experten der Stadt Ulm testen, wie belastbar die marode Gänstorbrücke noch ist.

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Dass das Bauwerk abgerissen werden muss, steht seit Oktober fest. Schon seit Ende Juni ist die Brücke halbseitig gesperrt. Für den Neubau müssen Ulm und Neu-Ulm wohl rund 20 Millionen Euro ausgeben. Bis ein neuer Überweg zwischen den Städten errichtet wird, bleibt die Gänstorbrücke gesperrt. Der Test, der Samstagnacht beginnt und Sonntagmorgen endet, soll ergeben, wie stark sie in dieser Zeit belastet werden darf. Die Brücke ist eine der zentralen Verkehrsachsen der Doppelstadt. Am Montag wollen die Stadträte von Ulm und Neu-Ulm in einer gemeinsamen Sitzung über die Gänstorbrücke diskutieren, damit die Planungen für einen Neubau bald beginnen können.

Die Gänstorbrücke zwischen Ulm und Neu-Ulm muss neu gebaut werden

Sensoren erfassen während der 200 Testfahrten, wie das Bauwerk auf die Belastung reagiert. Die Kräne stellt die Firma Liebherr kostenlos zur Verfügung. Falls der Nebel in der Nacht zu stark ist, wollen die Spezialisten einen sogenannten Tunnellüfter einsetzen. Das Gerät soll die Schwaden wegblasen, damit die Messgeräte nicht beeinflusst werden. „Wir brauchen 50 Meter Sichtweite und alle Sensoren müssen funktionieren“, sagt Gerhard Fraudel, der bei der Stadt Ulm für die Ingenieurbauwerke zuständig ist und den Stresstest geplant hat. Der Tunnellüfter könnte Lärm verursachen. Die Fahrten selbst seien nicht überdurchschnittlich laut, heißt es vonseiten der Stadt Ulm.

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Der Verkehr auf der Brücke wird von Samstag, 23 Uhr, bis Sonntag, gegen 6 Uhr, umgeleitet. Ein Überblick über die Einschränkungen:

Autos Die Augsburger Straße in Neu-Ulm ist stadteinwärts ab Höhe der Gänstorbrücke gesperrt. Der Verkehr wird in die Reuttier Straße umgeleitet. Stadtauswärts bleibt die Augsburger Straße auf einer Spur befahrbar. Die Reuttier Straße wird bis zur Augsburger Straße befahrbar sein, Autos dürfen nur nach rechts in Richtung Offenhausen abbiegen. In Ulm wird der Verkehr über die Olga- und die Frauenstraße zur Herdbrücke umgeleitet. Zudem gibt es von 23 Uhr bis etwa 1.30 Uhr Einschränkungen an der Kreuzung Neue Straße/Münchner Straße/Basteistraße.

Bus Die Linie 7 fährt die gewohnte Strecke über die Gänstorbrücke, es kann jedoch zu Verzögerungen kommen. Die Haltestelle „Augsburger Tor“ in Neu-Ulm entfällt.

Fußgänger und Radfahrer Die Unterführungen unter der Brücke sind auf beiden Seiten der Donau geöffnet. Auch oberirdisch dürfen Fußgänger nach Anweisung des Sicherheitspersonals die Straße überqueren. Wenn der Tunnellüfter zum Einsatz kommt, muss der Fuß- und Radweg am Ulmer Donauufer jedoch gesperrt werden.

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