Newsticker
Notfallzulassung für Impfstoff von Johnson & Johnson in den USA
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Teurer Traum vom Eigenheim: Immobilienpreise steigen weiter

Ulm

14.06.2017

Teurer Traum vom Eigenheim: Immobilienpreise steigen weiter

Die Preise für Immobilien in Ulm steigen weiter an, vor allem in der Innenstadt. Das zeigt der Grundstücksmarktbericht, den der städtische Gutachterausschuss jetzt vorgelegt hat.
Bild: Alexander Kaya

Die Preise für Wohnungen und Grundstücke in Ulm steigen stark an. Selbst in den Ortsteilen müssen Familien teilweise mehr als eine halbe Million Euro hinblättern.

Die Immobilienpreise in Ulm steigen und steigen: Das geht aus dem aktuellen Grundstücksmarktbericht hervor, den der städtische Gutachterausschuss jetzt vorgelegt hat. Dazu wurden alle 1425 Kaufverträge, die voriges Jahr in Ulm abgeschlossen wurden, ausgewertet. Außerdem wurden Fragebögen an Käufer und Verkäufer verschickt und Daten der städtischen Baurechtsbehörde zur Hilfe genommen. Ein freistehendes Einfamilienhaus kostet im Durchschnitt mehr als eine halbe Million Euro, eine Steigerung von 8,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei den Reihenmittelhäusern stieg der Durchschnittspreis sogar um fast 20 Prozent, bei Neubauwohnungen um sechs Prozent. Günstiger als in der Stadt sind Immobilien in den Ortsteilen wie Jungingen, Lehr oder Einsingen, doch auch hier müssen Familien immer tiefer in die Tasche greifen.

Einfamilienhäuser: Bei einer Grundstücksfläche von etwa 670 Quadratmeter und einer Wohnfläche von 136 Quadratmeter lag der Kaufpreis in den meisten Ulmer Ortsteilen im Mittel bei 449000 Euro. Für ein freistehendes Einfamilienhaus Baujahr 1984 mit 180 Quadratmetern Wohnfläche in Böfingen mussten Käufer dagegen 651000 Euro hinblättern. Vier Einfamilienhäuser erreichten oder überschritten die Preisgrenze von einer Million Euro.

Reihen- und Doppelhäuser: Lediglich 95 Reihen- und Doppelhäuser wurden im Jahr 2016 verkauft. Der Verkauf des Gebäudetyps, der im Segment der bebauten Grundstücke am meisten vertreten ist, ging damit um rund 27 Prozent zurück, nachdem in den Jahren 2015 und 2016 in Ulm keine neuen Reihenhäuser gebaut worden waren. Ein gebrauchtes Reihenmittelhaus mit 213 Quadratmeter Grundstücksfläche und 120 Quadratmeter Wohnfläche kostete 323000 Euro. Im Jahr davor waren es noch 270000 Euro gewesen.

Eigentumswohnungen: Im Vergleich zu 2015 wurden voriges Jahr mehr Eigentumswohnungen verkauft, insgesamt 849 Stück. Davon waren 486 Gebrauchtwohnungen und 363 Neubauwohnungen. Die Anzahl der neuen Wohnungen hat sich dabei nahezu verdoppelt. Im Mittel kostete eine neue Eigentumswohnung in der Münsterstadt mit 87 Quadratmeter Wohnfläche 350000 Euro. Inklusive Tiefgaragenstellplatz und Nebenkosten waren es etwa 400000 Euro. Die teuersten Eigentumswohnungen wurden in der Stadtmitte verkauft und kosteten mehr als 6000 Euro je Quadratmeter Wohnfläche.

Grundstücke: Die Grundstückspreise für Ein- und Zweifamilienhäuser zogen in Böfingen (Baugebiet Lettenwald), Wiblingen (Meersburger Straße) und Grimmelfingen (Lindenhöhe) an. Ein Bauplatz kostete dort im Durchschnitt 290 Euro pro Quadratmeter, 11,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Spanne lag zwischen 260 und 440 Euro. In den Ortsteilen Eggingen (Baugebiet Steinfeldstraße), Lehr (Beim Wengenholz), Donaustetten (Riedlen IV), Jungingen (Unter dem Hart), Mähringen (Kreuzsteig/Dornstadter Weg), Einsingen (Bei den Morgen) und Ermingen (Reuteberg West) gingen die Preise dagegen durchschnittlich um 13 Prozent runter – von 230 auf 200 Euro pro Quadratmeter. Dabei handelte es sich ausschließlich um städtische Bauplätze.

Wie viel mehr Geld Familien inzwischen für die eigenen vier Wände ausgeben müssen, zeigen die Indexreihen im Grundstücksmarktbericht. So stiegen die Preise für Neubauwohnungen innerhalb von zehn Jahren um etwa 72 Prozent, für Gebrauchtwohnungen sogar um 77 Prozent.

Die Gutachter machen deutlich, dass die Stadt die Masse an Nachfragen nach Bauplätzen derzeit nicht befriedigen kann. Deshalb sollen in den nächsten Jahren in mehreren Neubaugebieten Bauplätze angeboten werden, vor allem in den Ortsteilen, aber auch am Kuhberg (Egginger Weg) und rund um die alte Chirurgie am Safranberg. Weil sich viele Menschen keine eigene Immobilie leisten können, will die Stadt auch den Wohnungsbau deutlich ankurbeln. Wie berichtet, sollen bis zum Jahr 2021 etwa 3500 neue Wohnungen gebaut werden. Der Anteil an preisgünstigen Einheiten soll dabei von 20 auf 30 Prozent erhöht werden.

Als Gründe für die starke Nachfrage nach Wohnraum und Bauland sehen die Experten die anhaltend niedrigen Zinsen, mangelnde Alternativen für konservative Anleger und das Bevölkerungswachstum in der Stadt. Auch die niedrige Arbeitslosenquote und die ICE-Neubaustrecke nach Stuttgart tragen nach Einschätzung der Gutachter zum Ulmer Bauboom bei. Der Gesamtumsatz auf dem Immobilienmarkt in Ulm stieg um satte 66 Prozent von 473 auf 787 Millionen Euro.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren