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Theaterei: Fast ungetrübte Romanze

Theaterei

Fast ungetrübte Romanze

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    „Alle sieben Wellen“ ist eine Fortsetzung der Theaterei von „Gut gegen Nordwind“ – mit Celia Endlicher als Emmi.
    „Alle sieben Wellen“ ist eine Fortsetzung der Theaterei von „Gut gegen Nordwind“ – mit Celia Endlicher als Emmi. Foto: Foto: az

    Blaustein Schnitt: Leo kappt seine Mailadresse und ist für Emmi unerreichbar. Dass er das tut, um Emmis Ehe nicht durch seine intensive seelische Beziehung zu ihr zu zerstören, weiß Emmi nicht. Schnitt: So endet Walter Freis tief anrührende Inszenierung von Daniel Glattauers Erfolgsroman „Gut gegen Nordwind“ in der Herrlinger Theaterei. Glattauers Fortsetzung „Alle sieben Wellen“ hatte nun in die laufende Produktion des ersten Teils hinein Premiere – eine kluge Entscheidung von Theater-Prinzipal Wolfgang Schukraft, kann sein Publikum jetzt beide Teile an zwei aufeinander folgenden Abenden sehen; im Doppelpack gar gibt es die unter die Haut gehende, aus einer falsch getippten Mailadresse entstandene Liebe zwischen Emmi und Leo am 26. November, am 10. Dezember und am Silvesterabend.

    Emmi (Celia Endlicher) erträgt den eisigen Nordwind ihrer unerfüllten Ehe ohne die innere Beziehung zum Wortmenschen Leo (René Grünenfelder) nicht mehr. Zehn Monate dauert es, bis sie den aus der Liebe nach Boston geflohenen und gerade zurückgekehrten Leo über den Systemmanager wiederfindet. Doch da, wo die beiden – die Daniel Glattauers empfindungsreiche, wunderbar humorvolle und zarte Sprache zum Leben erweckt – einander verlassen haben, finden sie einander nicht wieder. Emmi und Leo wehren sich angstvoll gegen einen Neubeginn, der sie wohl noch tiefer in die Nähe hineinziehen würde; der Ton zwischen beiden ist galliger geworden. Leo hat in Boston Pamela kennengelernt. Ist auf dieser Basis eine Schreib-Freundschaft möglich? Soll eine reale Begegnung das Ende der Beziehung erzwingen?

    Beide Versuche schaffen Verletzungen, sind zum Scheitern verurteilt. Das Publikum leidet mit der Ausweglosigkeit: Emmis Verantwortungsgefühl scheint sie in ihre Ehe zu zwingen, Leo malt sich ein Leben mit Pamela aus, obwohl er seinen „Handinnenflächenberührungspunkt“, von Emmi flüchtig gestreift, wie seinen größten Schatz behütet. Celia Endlicher und René Grünenfelder schaffen aus der Textvorlage eine Spannungsdichte, die das Publikum bedingungslos bannt.

    Und urplötzlich kommt das Happy End

    Dann wischt die Sehnsucht über alles Vorher hinweg. Fast zu abrupt kommt das Happy End, das der Zuschauer zwar wünscht, jedoch nicht mehr für möglich hält. Hier aber liegt die einzige Schwäche von Daniel Glattauers Text und Walter Freis Inszenierung: Ohne Reaktion der Außenwelt, von Familie und Umfeld, ist Emmis und Leos Glück ungetrübt. Was mag den beiden bevorstehen? Stoff für einen dritten Teil gäbe es reichlich.

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