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17.06.2009

Tierheim ruft um Hilfe: Kommunen sollen mehr zahlen

Landkreis/Senden 250 000 Euro Ausgaben hat das Tierheim Weißenhorn pro Jahr zu verkraften. Ein kleiner Teil zur Deckung kommt aus den Beiträgen der derzeit noch 1200 Mitglieder (Tendenz fallend), der Rest soll möglichst von den Landkreis-Kommunen aufgebracht werden. Der Grund sind vorwiegend Fundtiere, die regelmäßig in den Rathäusern abgegeben werden. Bis zu 600 pro Jahr. Städte und Gemeinden haben die Pflicht, die Tiere artgerecht zu versorgen - oder versorgen zu lassen. Und das kostet. Nun hat die Stadt Senden als erste Stadt im Kreis am Dienstagabend eine Jahres-Pauschalierung pro Einwohner auf 40 Cent beschlossen - jedoch nicht ohne kontroverse Diskussion im Rat.

60 Cent wären nötig

Christine Salzgeber, der Schatzmeisterin des Tierheims Weißenhorn, war das ganz neu. Gestern darauf angesprochen, was da tags zuvor in Senden beschlossen worden war, stellte sie klar: "Das deckt nicht einmal ein Drittel unserer Kosten." Denn eigentlich wollte das Tierheim 60 Cent pro Einwohner, Jahr und Landkreisgemeinde - außer von der Stadt Neu-Ulm, denn die gehört zum Tierheim Ulm. Über zehn Jahre bestehe das Tierheim jetzt und nie habe es eine Gebührenerhöhung gegeben, sagt Christine Salzgeber. Derweil schreibe das Tierheim jährlich ein Defizit von durchschnittlich 30 000 Euro. Da das nicht so weiter gehen könne, habe sich die Einrichtung an den Kreis gewandt, mit der Bitte, die bislang gängige Fallzahl-Praxis zu ändern. Bisher zahlten alle Landkreis-Kommunen nur nach dem tatsächlichen Anfall der Fundtiere.

Glatte Verdoppelung

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Für Senden kostete das Unterbringen der Fundtiere in Weißenhorn im Schnitt pro Jahr bis jetzt rund 4500 Euro. Das entspricht einem Pro-Kopf-Betrag von circa 20 Cent, wie in der jüngsten Hauptausschusssitzung vorgerechnet wurde. Die Verwaltung schlug vor, sich dem Rat des Bayerischen Gemeindetages, Kreisverband Neu-Ulm, anzuschließen und fortan 40 Cent pro Bürger zu verrechnen. Als rein formeller Posten im Verwaltungshaushalt. Für Senden bedeutet das nun aber eine glatte Verdoppelung der Kosten auf fast 9000 Euro im Jahr.

Manfred Frisch, der Vorsitzende der Freien Wähler (CFW/FWG) im Sendener Stadtrat, kritisierte das Vorhaben energisch. Neu-Ulm sei nicht an Bord und so sei Senden als damit folgende größte Landkreis-Stadt die "Melkkuh für alle." Und das, ohne dass die Stadt tatsächlich mehr Tiere bringt. In Senden fallen im Schnitt 25 Katzen, 13 Hunde und drei Kleintiere an.

"Nachverhandeln unseriös"

Pit Ehrenberg (Grüne) fragte, was passiert, "wenn wir ablehnen". Bürgermeister Kurt Baiker wehrte sich gegen die "Pokerei", schließlich brauche der Verein das Geld und leiste sehr gute Arbeit. Gäbe es nicht immer wieder auch Vermächtnisse an den Tierschutzverein von Bürgern, wäre Vieles gar nicht zu finanzieren. Antje Esser (SPD) rief zur Solidarität auf. Ein Nachverhandeln sei unseriös. Gegen die Stimmen der CFW/FWG wurde den 40 Cent zugestimmt - möglicherweise ist das nun auch die Richtschnur im Kreis.

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