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Familiendrama an A8

24.02.2015

Tochter getötet, Sohn schwer verletzt - Mutter nach A8-Drama angeklagt

Eine 36-Jährige aus Baden-Württemberg soll nahe einer Autobahn ihre Tochter getötet und ihren Sohn schwer verletzt zu haben.
Bild: Archivbild Thomas Heckmann

Nach dem gewaltsamen Tod ihrer elfjährigen Tochter nahe einer Autobahn bei Nellingen (Alb-Donau-Kreis) muss sich eine 36-Jährige wegen Totschlags vor Gericht verantworten.

Eine Mutter, die ihrer elfjährige Tochter erstochen und ihren zweijährigen Sohn mit dem Messer schwer verletzt haben soll, muss sich demnächst wegen Totschlags vor dem Ulmer Schwurgericht verantworten. Die Tat, die im vergangenen Oktober nahe der Autobahnraststätte Aichen geschehen war, hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Ein Autofahrer aus Österreich hatte nachts gesehen, wie eine blutverschmierte Frau über eine Baustelle irrte und die Polizei verständigt. Die Beamten machten nach einem Hinweis der verletzten Frau eine schreckliche Entdeckung. Im Wagen der Frau, der in einer nahe gelegenen Unterführung stand, lagen ihre beiden Kinder. Das elfjährige Mädchen war bereits tot, der zweijährige Bub war schwer verletzt. Kurze Zeit später gestand die Mutter, mit einem Messer auf ihre Kinder eingestochen und auch sich selbst verletzt zu haben.

Gegen die zur Tatzeit 36-jährige Frau ist jetzt Anklage wegen Totschlags erhoben worden. Die Ermittlungsergebnisse legen laut Staatsanwaltschaft den dringenden Verdacht nahe, dass die Frau , am 19. oktober 2014 im Bereich der Autobahn A8 bei Nellingen „ihre elf Jahre alte Tochter mit zahlreichen Messerstichen getötet und den ebenfalls im Auto anwesenden zweijährigen Sohn schwer verletzt zu haben.“ Verhandelt wird der Fall zu einem noch nicht festgelegten Zeitpunkt vor dem Schwurgericht des Landgerichts Ulm.

Die Anklagebehörde geht davon aus, dass die Frau ihre Kinder im Rahmen eines so genannten erweiterten Suizids töten wollte. Dies bedeutet: Die Frau wollte sich demnach umbringen und ihre Kinder mit in den Tod nehmen.

Die Frau habe ihrem eigenen Leben ein Ende setzen wollen

Nachdem sie angenommen habe, dass ihre beiden Kinder tot seien, habe die Frau ihrem eigenen Leben ein Ende setzen wollen, so die Staatsanwaltschaft weiter. Dazu habe sie sich zunächst Schnittverletzungen an beiden Handgelenken und im Hals- und Brustbereich zugefügt, was jedoch nicht zu den beabsichtigten Folgen geführt habe. Danach habe sie sich zu Fuß auf die Fahrbahn der A8 begeben und sei im dortigen Baustellenbereich vor mehrere Fahrzeuge gelaufen, um sich überfahren zu lassen. Nur aufgrund der schnellen Reaktion der Autofahrer sei dies nicht gelungen. Kurze Zeit nach der Tat wurde die Frau noch im Bereich der Autobahn vorläufig festgenommen.

Bei der Tat dürfte die Mutter an Wahnvorstellungen, welche durch eine depressive Erkrankung verursacht wurden, gelitten haben, so der Ermittlungsbericht. Nach vorläufiger Einschätzung und auch durch gutachterliche Erkenntnisse untermauert, geht die Anklagebehörde davon aus, dass die Beschuldigte zum Tatzeitpunkt vermindert schuldfähig war. Neben einer Bestrafung wegen Totschlags und versuchten Totschlags strebt die Anklagebehörde auch die Unterbringung der geständigen und nicht vorbestraften 36-Jährigen in einem psychiatrischen Krankenhaus an.

Eine 36-Jährige soll ihre Tochter getötet und ihren Sohn schwer verletzt haben. Die Frau war an der A8 Richtung München aufgefallen. Sie war blutverschmiert und hielt ein Messer.
14 Bilder
Frau soll Tochter getötet haben - sie stand blutverschmiert an A8
Bild: Thomas Heckmann
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