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Unglück

24.09.2018

Tod eines Läufers überschattet den Einsteinmarathon

Hier war noch alles gut. Beim Einstein-Marathon brach später ein 30-Jähriger auf der Zielgeraden zusammen und starb im Krankenhaus. Die Ursache für den plötzlichen Tod des Mannes ist noch unklar. Bei der Laufveranstaltung waren rund 12 000 Menschen am Start. <b>Foto: Alexander Kaya</b>
Bild: Alexander Kaya

Ein Mann bricht auf der Zielgeraden zusammen und wird reanimiert – vergebens. Im Krankenhaus steht fest: Er hat nicht überlebt. Es gab noch weitere Zwischenfälle

Ulm/Neu-Ulm Es ist eine traurige Nachricht, die die Organisatoren des Einsteinmarathons am späten Sonntagnachmittag bei der Pressekonferenz berichten mussten: Ein Teilnehmer hat den Tag nicht überlebt. Der 30-Jährige brach gegen 11Uhr auf der Zielgeraden zusammen. „Die anderen Teilnehmer aus dem Läuferfeld haben sofort angefangen, den Mann zu reanimieren. Dann kamen unsere Leute gleich dazu“, sagte der leitende Notarzt des Marathons, Claus-Martin Muth. Knapp 15 Minuten sei der Mann auf der Zielgeraden vor den vielen Zuschauern auf dem Münsterplatz reanimiert worden. Dann gab es wohl einen Lichtblick. Doch auf dem Weg ins Krankenhaus kollabierte er erneut – und starb schließlich in der Klinik.

Wieso der Mann plötzlich zusammenbrach, war am Sonntagabend noch unklar. Er habe zwar vor knapp zwei Wochen eine Erkältung gehabt, ob die aber etwas mit dem Tod zu tun habe, sei „rein spekulativ“. Der 30-Jährige sei in einem körperlich guten Zustand und ein geübter Läufer gewesen. Auch an den Laufbedingungen habe es nicht gelegen, so Muth. „Die waren heute sehr gut.“

Es ist der erste Tote, den es beim Einsteinmarathon bislang zu beklagen gab. Muth: „Ich habe damit schon früher gerechnet.“ Denn bei Laufveranstaltungen dieser Größenordnung – es gingen etwas mehr als 12000 Menschen an den Start – komme das immer wieder vor.

Die Veranstalter traf die Nachricht hart. Mitorganisator Markus Ebner sagte im Gespräch mit unserer Zeitung: „Das ist ein trauriger Tag für uns.“ Welche Konsequenzen aus dem Vorfall für die Veranstaltung gezogen würden, wisse er noch nicht. „Wir müssen uns erst einmal sammeln und dann alles Weitere besprechen.“

Doch das war nicht der einzige Zwischenfall am Sonntag. „So viel wie in diesem Jahr hatten wir noch nie zu tun“, sagte Muth. Insgesamt 137 Einsätze mussten die Helfer des Deutschen Roten Kreuzes absolvieren. So wurden etwa zwei Sportler nach dem Zieleinlauf auf die Intensivstation gebracht. „Beide waren völlig dehydriert.“ Sieben weitere Menschen mussten zudem in ein Krankenhaus gebracht werden.

Und noch einen Zwischenfall der unangenehmen Art gab es: In der Neu-Ulmer Ludwigstraße wurde während des Zehn-Kilometer-Laufs eine freiwillige Ordnerin angefahren. Laut Markus Zoller von der Polizei Neu-Ulm akzeptierte ein Autofahrer eine Straßensperre in der Kasernstraße nicht und fuhr einfach weiter. Eine Ordnerin wollte ihn aufhalten und wurde dabei angefahren. Ihr gehe es jedoch gut. Die Frau sei lediglich leicht verletzt worden.

Eine erfreuliche Nachricht gibt es aber doch: Eine schwangere Zuschauerin hat laut Notarztleiter Muth während des Laufs ein Kind zur Welt gebracht. „Wir haben also ein Einsteinmarathon-Baby.“

Trotz der Zwischenfälle war der Sonntag für die meisten Zuschauer und Sportler ein guter Tag. Entlang der Strecke wurden die Inline-Skater, Nordic-Walker und Läufer von Tausenden Zuschauern bejubelt. Da standen Menschen mit Tröten und Rätschen entlang der Absperrbänder am Straßenrand und spornten die vorbeihetzenden Sportler zu Höchstleistungen an. Und 23 Bands, die über die ganze Strecke verteilt waren, motivierten mit ihrer Musik die Läufer.

Bei den knapp 700 Teilnehmern des Marathons sorgte vor allem eine Neuerung für gute Stimmung. Denn im Vorhinein wurde die Strecke angepasst.

Heuer ging es nicht mehr nach Wiblingen, dafür aber nach Thalfingen und über Pfuhl zurück nach Ulm. Für die Läufer eine gute Änderung: Jens Schrott aus Thalfingen lief den Marathon zum sechsten Mal. Er sagte: „Die Strecke jetzt ist die beste bisher. Da liegt weniger Kies am Boden und sie ist einfacher zu laufen.“ Er brauchte für die 42 Kilometer knapp über drei Stunden. Eine „ordentliche Zeit“, wie er sagt.

Die Stimmung am Münsterplatz war ausgelassen. Rund um den höchsten Kirchturm der Welt sammelten sich im Laufe des Tages Zehntausende Sportler und Zuschauer, um die Leistungen zu feiern. Doch der Vorfall am Vormittag beschäftigte wohl etliche von ihnen.

Eine Bildergalerie vom Lauf finden Sie unter www.nuz.de/bilder

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