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Kreis Neu-Ulm

12.07.2013

Tödliche Gänse-Jagd am See schockiert Tierliebhaber

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Am Buschelbergsee bei Nersingen wurden mehrere Graugänse geschossen. Tierliebhaber kritisieren das Vorgehen, im Landratsamt hält man die Jagd aber für notwendig: Die Tiere richten Schäden in Feldern an.
Bild: Maurizio Gambarini/dpa

Schüsse am Buschelbergsee bei Nersingen haben Anwohner aufgeschreckt – und Tierliebhaber auf den Plan gerufen. Rund 20 Vögel am wurden Buschelbergsee erlegt.

Schüsse am Buschelbergsee bei Nersingen haben Anwohner aufgeschreckt – und Tierliebhaber auf den Plan gerufen. Der Jagdpächter hat dort offenbar auf Drängen von Landwirten auf Graugänse angelegt. „Das kann es doch wohl nicht sein“, empört sich darüber eine Nersingerin, die ihren Namen lieber nicht in der Zeitung lesen will. Zwischen 15 und 20 Vögel seien erlegt worden, der Abschuss habe sie schockiert. „Das kann man doch nicht einfach so machen“, wettert die Frau.

Man kann – das bestätigte Wolfgang Höppler, Fachbereichsleiter für öffentliche Sicherheit und Ordnung am Landratsamt Neu-Ulm, gestern auf Anfrage. Der Jäger habe eine Genehmigung zum Abschuss beantragt, die Behörde diese nach einem Ortstermin am See auch erteilt. Hintergrund sei einen Beschluss des Jagdbeirats des Kreises Neu-Ulm, in dem neben Jägern, Landwirten und Forstbesitzern auch Naturschützer vertreten sind. Demnach könne die derzeit geltende Schonzeit für die Gänse bei Bedarf verkürzt werden.

Badegäste beschwerten sich über Kot

Denn die Tiere vermehren sich an geeigneten Orten nahezu unkontrolliert und können in Feldern große Schäden anrichten. „Sie fressen Gerste und gehen auch in den Mais“, erklärt Höppler. Auch die weitere Umgebung sei nicht vor den hungrigen Vögeln sicher: „Sie fliegen bis zu 30 Kilometer weit.“ Und Badegäste beschwerten sich über den Kot der Tiere, zum Beispiel am Thalfinger See.

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Gänse brüten an mehreren Gewässern im Landkreis Neu-Ulm, insgesamt 13 Abschussgenehmigungen für die Jagd hat das Landratsamt ausgestellt. So auch für den Buschelbergsee. „Wir haben uns draußen zuerst ein Bild von der Lage gemacht“, so Höppler. Das Fazit: „Man musste den großen Bestand schon etwas dezimieren.“

Ein Rechenbeispiel: Zehn Gänsepaare brüteten am Buschelbergsee und könnten bis zu 13 Junge bekommen, so Höppler. „Das sind zwischen 50 und 100 neue Gänse jedes Jahr.“

Mehrere Landwirte seien zuletzt an den Jagdpächter herangetreten, weiß Höppler. „Er musste quasi handeln.“ Obwohl Tierliebhaber wohl anderer Ansicht seien: „Da prallen natürlich verschiedene Interessen aufeinander.“

Der Jäger sei bereits von Gegnern des Gänseabschusses „massiv angegangen“ worden. „Er ist der Leidtragende“, sagt Höppler und versucht, die Bürger zu besänftigen: Es würden keine flugunfähigen Jungtiere geschossen und auch keine Gänseeltern, man achte auf den Tierschutz. Im vergangenen Jahr seien im Kreis Neu-Ulm insgesamt 150 Graugänse erlegt worden. Das sei notwendig: „Die Tiere haben keine natürlichen Feinde mehr.“ Am Buschelbergsee wurden nun zirka 20 Tiere geschossen, so Höppler. Einfach entsorgt würden sie nicht: „Die werden alle gegessen.“

Ob sich die tierliebenden Anwohner davon beruhigen lassen, scheint jedoch fraglich: „Die Aktion zeugt von keinerlei Respekt vor den Tieren“, schimpft die Nersingerin anonym.

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