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Neu-Ulm

26.02.2011

Tödliche Unachtsamkeit: Lastwagenfahrer verurteilt

Ein Mann aus Um kam bei einem Lastwagenunfall ums Leben. Foto: Xaver Habermeier
Bild: Xaver Habermeier

Ein kurzer Augenblick der Unachtsamkeit kostete einem Mann aus Ulm das Leben. Nun wurde ein Lkw-Fahrer, der den Unfall verursacht hatte, verurteilt.

Er war nur einen ganz kurzen Moment abgelenkt – aber das Augenblicksversagen eines Lastwagenfahrers am Nachmittag des 5. November 2009 auf der Neu-Ulmer Europastraße kostete einem 30 Jahre alten Ulmer das Leben. Der heute 65 Jahre alte Brummilenker war an der Kreuzung Otto-Hahn-Straße mit Tempo 70 auf einen verkehrsbedingt langsam fahrenden Opel „Combo“ aufgefahren.

Der Kleintransporter wurde durch den Aufprall nach rechts in den Straßengraben geschleudert. Der Fahrer des Opels zog sich dabei schwere Kopfverletzungen zu, denen er zwei Tage später im Ulmer Bundswehrkrankenhaus erlag. Für diese fahrlässige Tötung wurde der aus der Nähe von Jena stammende Kraftfahrer vom Amtsgericht Neu-Ulm zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 25 Euro plus einem zweimonatigen Fahrverbot verurteilt.

Bilder des Unfalls kommen immer wieder

Auf der Anklagebank vor Richterin Gabriele Buck saß ein Mann, der nur schwer damit zurechtkommt, schuld am Tod eines Menschen zu sein. Mit Tränen kämpfend berichtete er, dass die „Bilder von damals immer wieder kommen“. Wenn er es aus finanziellen Gründen könnte, säße er schon längst nicht mehr am Steuer eines Lastwagens. Auch seine Familie leidet: Seine Ehefrau und einer seiner zwei erwachsenen Söhne verfolgten mit Tränen in den Augen die Verhandlung.

Der Angeklagte schilderte mit brüchiger Stimme die Sekundenbruchteile, die sein Leben wohl für immer verändert haben. Er sei in Richtung A 7-Auffahrt Nersingen gefahren, als er wegen eines Hupgeräusches kurz in den Außenspiegel blickte. „Und dann war es schon passiert. Ich habe noch versucht zu bremsen, aber wahrscheinlich zu spät.“

Richterin Buck ließ erkennen, dass in solchen Fällen das Strafrecht an seine Grenzen stößt. „Es ist immer schwierig, die richtigen Worte zu finden. Es ist das Schlimmste, das passieren kann, passiert. Niemand wollte das.“

Staatsanwältin Rose Oelbermann beantragte eine Strafe von 130 Tagessätzen zu 35 Euro. Sie sah allerdings von der Forderung ab, dem seit 20 Jahren unfallfrei fahrenden Mann den Führerschein zu entziehen, sondern plädierte für ein bloßes Fahrverbot.

Verteidiger Frank Prior bat das Gericht um eine milde Strafe – vor dem Hintergrund, dass sein Mandant ohne Führerschein seinen Job verlieren würde und dem Umstand, dass er bislang nur ein Mal in seinem Leben mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist: als er 50 Euro Strafe zahlen musste, weil er einen zu geringen Abstand im Straßenverkehr gehalten hatte. (kr)

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