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Roggenburg

12.06.2014

Tonnenweise Ortsgeschichte

Tonnenweise Dokumente hat Lothar Mareis in Roggenburg.
Bild: Manfred Deger

Archivare im Landkreis Neu-Ulm ziehen Bilanz. Lothar Mareis stellt seine Sammlung in Roggenburg vor

Roggenburg Etwa zwei Tonnen papier hat Roggenburgs Gemeindearchivar Lothar Mareis seit der Gründung des Archivs im Jahr 2003 gesammelt. „Das ist ein geschichtliches Gewicht“, sagt der 65-Jährige. Darunter finden sich Kassenbücher, Gesetze, Protokolle, Urkunden, Verträge, Schriftverkehr, Zeitungen, Zeitschriften, Landkarten und Bilder aus Roggenburg und seinen sieben Ortsteilen. Die Akten füllen die Räume über dem Schießener Feuerwehrhaus.

Das Archiv genießt im Landkreis Ansehen: Archivpfleger Peter Wischenbarth bewertet es als „Einrichtung, die im Landkreis ihresgleichen sucht“. Dies sagte er kürzlich bei einem Treffen der Archivare aus Altenstadt, Bellenberg, Buch, Elchingen, Illertissen, Pfaffenhofen, Senden und Vöhringen in Roggenburg. Dort erinnerte Wischenbarth an die bayerische Gebietsreform zwischen 1970 und 1980, bei welcher die kleinen Orte im Umfeld von Städten eingemeindet wurden und neue politische Gemeinden mit hauptamtlichen Bürgermeistern und professionellen Gemeindeverwaltungen sowie neuen Ortsnamen entstanden waren. So wurde zum Beispiel aus den eigenständigen Gemeinden Biberach, Ingstetten, Meßhofen, Roggenburg und Schießen (mit Schleebuch und Unteregg) die Gesamtgemeinde Roggenburg. Wie bei anderen Eingemeindungen gaben die ehrenamtlichen Bürgermeister das alte Schriftgut (so weit vorhanden) an die neue Gemeindeverwaltung weiter, wo es zunächst zwischengelagert wurde. Lothar Mareis präsentierte das Archiv in Roggenburg: 160 Quadratmeter, geordnete Bücher in Holzregalen, Verdunkelungsrollos, Computer, Archivsoftware, Scanner und Kopierer.

Altenstadts Archivar Dieter Imminger arbeitet seit 1996 am Aufbau eines Gemeindearchivs und konnte dieses jetzt im Dachgeschoss des Gemeindeamtes einrichten. Er ist zur Zeit dabei, aus dem umfangreichen Aktenbestand aus der Zeit ab 1800 in ein Verzeichnis einzutragen. Anton Graf, Archivar in Buch, hat als ehemaliger Bürgermeister (1996 bis 2008) die wesentlichen Gemeinderatsbeschlüsse in einer Datenbank gesammelt. Akten von 1800 sind hingegen kaum vorhanden. Ein voll funktionsfähiges Gemeindearchiv hat Stefan Kopp in Elchingen: Es ist auf 150 Quadratmetern am Thalfinger Bahnhof untergebracht. Alle Bestände sind erfasst und zugänglich. Hans Ranker, Archivar in Illertissen, übernahm 2006 ein bestehendes Archiv. Es ist inzwischen auf zwei Lagerorten mit einer Fläche von etwa 150 Quadratmetern untergebracht. Nach Absprache ist dort die Einsicht in kopierte Urkunden, wie zum Beispiel die Marktrechtsverleihung von 1430, in Akten, Bänden, Zeitungs- und Bildarchiven oder Aktenmaterial ab 1945 möglich. In Vöhringen ist das Archiv in sehr beengten räumlichen Verhältnissen, untergebracht, wie Archivarin Jeanette Wischenbarth berichtete. (mde)

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