Newsticker

Corona-Neuinfektionen in Deutschland auf höchstem Stand seit April
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Tüftler auf den Spuren des Schneiders von Ulm

31.03.2009

Tüftler auf den Spuren des Schneiders von Ulm

Ulm (mru) - In der Wissenschaftsstadt arbeiten Forscher am Auto der Zukunft und werden in den nächsten Jahren mit bis zu 30 Millionen Euro gefördert. Mit dem seit 1988 verliehenen "Berblinger-Preis" will die Stadt Ulm auch einen Beitrag zum Flugzeug der Zukunft leisten. Gefragt sind Ideen für umweltfreundliche Maschinen, die sich auch in der Praxis umsetzen lassen. Und weil sich 2011 der legendäre Flugversuch Albrecht Ludwig Berblingers, des "Schneiders von Ulm", zum 200. Mal jährt, lobt die Stadt einen internationalen Flugwettbewerb aus.

"Wir wollen zukunftsgerechte Ideen fördern und prämieren", sagte Iris Mann, Hauptabteilungsleiterin Kultur. Damit genügend qualifizierte Teilnehmer bei dem Wettbewerb mitmachen, soll bereits jetzt dafür geworben werden. Ab Donnerstag kann sich jeder auf einer neuen Homepage über den Berblinger-Preis informieren. Die Organisatoren des Wettbewerbs sind außerdem von 2. bis 5. April auf der AERO, der größten Luftfahrtmesse Europas in Friedrichshafen, vertreten. Außerdem wurde mit einem Gestaltungswettbewerb das Erscheinungsbild für den Berblinger-Preis erneuert. Ausgewählt wurde der Entwurf des Ulmer Büros Braun Engels Gestaltung, der auf einem stilisierten Flügelpaar basiert.

Bisher habe es die Stadt nicht geschafft, in 20 Jahren den "Berblinger-Preis" international bekannt zu machen, bemängelte Jury-Mitglied Prof. Otto Künzel. Dabei handle es sich hier um den höchstdotierten Preis im Bereich allgemeine Luftfahrt. Deshalb sind Künzel und sein Jury-Kollege Peter F. Selinger froh, dass für den Preis jetzt verstärkt die Werbetrommeln gerührt werden sollen.

1996 hatte Ulm den weltweit ersten Wettbewerb mit solargetriebenen Flugzeugen veranstaltet. Auch 2011 soll der Berblinger-Wettbewerb ein Meilenstein werden. Gesucht wird ein praxistaugliches, ein- oder mehrsitziges Flugzeug in zukunftsträchtiger Technik und Bauweise, sowohl in Bezug auf die Konstruktion als auch auf den Antrieb.

Tüftler auf den Spuren des Schneiders von Ulm

Um die technischen Möglichkeiten auszuloten, war vor drei Jahren bereits ein Konstruktionswettbewerb veranstaltet worden. Dabei hatte die Uni Stuttgart die Jury mit einem Motorsegler überzeugt, der mit einer Brennstoffzelle angetrieben wird.

Künzel verweist darauf, dass die Entwicklungskosten für neue Flugzeuge außerordentlich hoch sind. Mit einer Million Euro müsse man rechnen. Ohne Sponsoren sei das nicht zu bewältigen.

Das Vergleichsfliegen 2011 ist weiterhin offen für Teams aus aller Welt. Die Bedingungen findet man ab Donnerstag auf der neuen Homepage oder kann sie bei der Hauptabteilung Kultur der Stadt Ulm erfragen. Eine Voranmeldung muss spätestens bis Ende 2010 erfolgen. Wo der Flugwettbewerb stattfindet, steht noch nicht fest. Die Adlerbastei wird sich diesmal jedenfalls nicht dazu eignen. Für Otto Künzel wäre der Flugplatz Erbach ideal.

www.berblinger.ulm.de

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren