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Archäologie

16.06.2012

Überraschungen im Fischerviertel

Bei den Grabungen in der Fischergasse 34 wurde unter anderem ein Ofen aus dem 15. Jahrhundert abgetragen: Darunter fanden sich mehrere Keller.
Bild: Dagmar Hub

Denkmalamt findet Hinweise auf rege Bautätigkeit seit dem 13. Jahrhundert

Ulm „Ausgesprochen erstaunlich“ sind die ersten Ergebnisse der soeben abgeschlossenen Grabung in der Fischergasse 34 für den Archäologen Dr. Jonathan Scheschkewitz vom Landesamt für Denkmalpflege: Mindestens seit dem 13. Jahrhundert gab es an dieser Stelle eine ähnlich intensive Bautätigkeit „wie wir sie bisher sonst nur zentral in der Stadt, am Münsterplatz, fanden.“ Zurückzuführen sei dies wohl auf die für Handwerker günstige Lage an der Blau. „Und immerhin befinden wir uns auf dem Areal des Stadelhofes der Pfalz.“

Zu diesem Stadelhof, Versorgungshof der staufischen Pfalz, dürften die ältesten auf dem Areal entdeckten Siedlungsreste aus dem 11./12. Jahrhundert gehört haben. Dann, so Dr. Jonathan Scheschkewitz, änderte sich mit der Zerstörung der staufischen Stadt die Parzellierung. „Die Parzellierung des 13. Jahrhunderts ist aber offenbar Grundlage der heutigen“, stellte Scheschkewitz fest.

Spannend wurde es gegen Ende der im März begonnenen Grabung, als der im Frühjahr auf dem Gelände der Fischergasse 34 entdeckte Ofen aus dem 15. Jahrhundert abgetragen war: Darunter fand sich eine Abfolge von fünf zum Teil überlagernden Erdkellern. „Das hätten wir beim besten Willen nicht erwartet“, sagt der Archäologe. Die entdeckte Keramik muss in der nächsten Zeit genau untersucht werden, deutet aber darauf hin, dass die ältesten Befunde dieser Erdkeller auf die Zeit vor der Stadterweiterung weisen.

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„Es gab bauliche Kontinuität im Bereich der Blau, bevor dieses Gebiet in die Befestigung einbezogen war.“ Welche Handwerker an der Blau tätig waren, ist noch unklar. „Gerber aber können wir ausschließen, während sich Hinweise auf Weberei fanden.“

Massive Brandspuren in entdeckten Schwellbalken jedenfalls lassen vermuten, dass die rege Bautätigkeit auch auf Brände zurückzuführen ist. „Aber nicht jeder der Keller weist Brandspuren auf, es muss auch andere Gründe für die intensive Bautätigkeit gegeben haben.“

Eventuell sei eine Datierung über die verkohlten Balken möglich. „Da aber zu jener Zeit auch Altholz beim Bau verwendet wurde, ist das nicht sicher.“

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