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Ulm
03.10.2021

Liqui Moly leidet unter Versorgungsengpässen

Liqui-Moly-Chef Ernst Prost freut sich über 26 Prozent mehr Umsatz und 75 Prozent mehr Ertrag.
Foto: Alexander Kaya

Vielleicht ist es der Fluch des Erfolges: Bestimmte sonst die Nachfrage das Wachstum des Ulmer Öl- und Additivspezialisten Liqui Moly, so ist es nun die Rohstoffversorgung.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres stieg der Umsatz von Liqui Moly um 26 Prozent auf 554 Millionen Euro, so hoch wie noch nie. „Und es könnte noch mehr sein, wenn wir nur ausreichend Zutaten für die Herstellung unserer Öle und Additive bekämen“, sagt Geschäftsführer Ernst Prost.

Rohstoffe bei Liqui Moly aus Ulm sind knapp

„Hier geht es nicht einfach nur darum, dass sich unsere Einkaufspreise stark erhöht haben“, so Prost. „Manche Rohstoffe sind zeitweise gar nicht mehr erhältlich, selbst wenn man bereit ist, sehr viel Geld auf den Tisch zu legen. Da geht es uns nicht anders als der Autoindustrie, die wegen des Mangels an Halbleitern ihre Produktion drosseln muss.“

In manchen Ländern verbucht Liqui Moly Rekordwachstum

Trotz dieser Schwierigkeiten erzielte das Unternehmen aus Ulm ein dickes Umsatzplus. Prost: „Noch vor drei Jahren haben wir in zwölf Monaten nicht so viel Umsatz gemacht wie jetzt in neun Monaten.“ Seit Februar verzeichnet das Unternehmen einen neuen Rekord für den jeweiligen Monat. Die Steigerung ist international deutlich größer als im deutschen Heimatmarkt, wo Liqui Moly längst etabliert ist. Und im Ausland ist das Wachstum in denjenigen Ländern besonders stark, in denen Liqui Moly sein breites Sortiment an Automotive-Chemie nicht wie meist üblich über unabhängige Importeure verkauft, sondern den Markt mit eigenen Tochtergesellschaft selber bearbeitet: Im wichtigsten Exportmarkt USA wuchs der Umsatz in den ersten neun Monaten um fast 50 Prozent und in Italien sogar um 130 Prozent.

Der Ertrag der Firma von Geschäftsführer Ernst Prost steigt

Gleichzeitig stieg der Ertrag in dieser Zeit um 75 Prozent. In dieser Zahl spiegeln sich die Investitionen insbesondere im Marketing wider, mit denen sich das Unternehmen vor einem Jahr gegen die Auswirkungen der Pandemie stemmte. Das ging damals zulasten des Ertrags und zahlt sich heute aus.

Entsprechend zuversichtlich ist Ernst Prost für das letzte Quartal: „Geht es in diesem Tempo weiter, steuern wir nicht nur auf einen neuen Umsatzrekord hin, sondern auch auf das stärkste Umsatzwachstum seit vielen Jahren – trotz Pandemie und trotz Materialengpässen.“ (AZ)

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