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  3. Ulm: Ulmer baut Albert Einsteins Geburtshaus aus Lego nach

Ulm
28.01.2021

Ulmer baut Albert Einsteins Geburtshaus aus Lego nach

Volker Beker aus Ulm hat Einsteins Geburtshaus aus Lego nachgebaut.
Foto: Dagmar Hub

Plus Es soll ein wichtiges Element im künftigen Albert-Einstein-Museum in Ulm werden: ein Lego-Nachbau vom Geburtshaus des Genies. Was dabei besonders schwierig war.

Einstein ist ein Baby im Bauch-Tragesack seiner Mama Pauline. Die kleine Familie - Vater Hermann, Mutter und der erstgeborene kleine Albert - halten sich im Wohnzimmer ihrer Wohnung im zweiten Stock des Hauses in der Ulmer Bahnhofsstraße auf, in dem Albert Einstein zur Welt kam. Auch das Schlafzimmer, in dem das Genie am 14. März 1879 wohl seinen ersten Schrei tat, ist nachgebaut mit Möbeln des ausgehenden 19. Jahrhunderts - vom stilgerechten Lämpchen bis zu den Troddeln an den Vorhängen im Wohnzimmer. Volker Beker hat Einsteins Geburtshaus in der Ulmer Bahnhofsstraße in Lego nach Originalplänen des kriegszerstörten Hauses nachgebaut. Das Modell ist eines der Exponate des künftigen Einstein-Museums im "Engländer", mit dem gerade auch junges Publikum angesprochen werden soll.

Albert Einstein als Baby in der Trage, aus Lego nachempfunden.
Foto: Dagmar Hub

Volker Beker hatte es nicht einfach: Originale Pläne des 1871 erbauten Hauses existieren zwar noch, nicht aber Farbfotografien. Das Haus, in dem Einstein die ersten 15 Monate seines Lebens verbrachte, musste so detailgetreu wie möglich aus Schwarz-Weiß-Fotografien nachempfunden werden - und leider kennt niemand mehr die Farbe des Geburtshauses, über das Albert Einstein 1929 eher despektierlich an Carlos Erlanger schrieb, zum Geborenwerden sei "das Haus recht hübsch; denn bei dieser Gelegenheit hat man noch keine so großen ästhetischen Bedürfnisse, sondern man brüllt seine Lieben zunächst einmal an, ohne sich viel um Gründe und Umstände zu kümmern."

Ulm: Lego-Geburtshaus von Albert Einstein soll Teil der Ausstellung im "Engländer" werden

Von der Rückseite des Hauses gibt es gar kein Bildmaterial, aber wahrscheinlich war das Gemäuer schlicht, vermutet der Historiker Ingo Bergmann, der als Projektleiter und künftiger Kurator des Museums derzeit dessen Exponate - darunter zahlreiche Originaldokumente - zusammenstellt. Wahrscheinlich war das Haus grau, mit hell umrahmten Fenstern - und so hat es Volker Beker von den "Klötzlebauern" aus Ulm und Neu-Ulm auch gebaut, wenn bei der Farbgebung zwangsläufig auch eine gewisse Spekulation im Spiel ist. Etwa eine Woche lang war Beker mit dem Stecken des Modells aus etwa 15.000 Legosteinen beschäftigt - das Studium der Pläne und die Beschaffung passender Steine aber hatte ihn seit dem Herbst viel Zeit gekostet. Die Idee, eine Stirnseite des Hauses zu öffnen und so einen Einblick in zwei Zimmer der Wohnung des jungen Ehepaares Einstein zu geben, reizte Beker besonders, weil dadurch historische Möbelstücke zu bauen waren.

Zunächst hatte er auch darüber nachgedacht, Einsteins weltberühmte Formel der Äquivalenz von Masse und Energie anachronistisch irgendwo an eine Wand der Wohnung zu schreiben, verwarf die Idee aber dann wieder. "Geistig so weit entwickelt war der kleine Albert damals noch nicht", sagt Beker schmunzelnd.

Das Modell wird ein wichtiges Element im künftigen Einstein-Museum sein, das voraussichtlich 2022/23 eröffnen soll - in jenem nach einer darin ansässigen Gastwirtschaft "Engländer" genannten Haus, in dem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Großeltern Einsteins wohnten.

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