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Ulm: Weltkulturerbe soll würdig präsentiert werden

Ulm

Weltkulturerbe soll würdig präsentiert werden

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    Beim „Löwenmenschen“: (von links) die Ulmer CDU-Vorsitzende Barbara Münch, CDU-Bundestagsabgeordnete Ronja Kemmer, SPD-Landtagsabgeordneter Martin Rivoir, Museumsleiterin Stefanie Dathe und Minister Guido Wolf.
    Beim „Löwenmenschen“: (von links) die Ulmer CDU-Vorsitzende Barbara Münch, CDU-Bundestagsabgeordnete Ronja Kemmer, SPD-Landtagsabgeordneter Martin Rivoir, Museumsleiterin Stefanie Dathe und Minister Guido Wolf. Foto: Ludger Möllers

    Für ein umfassendes und integriertes Präsentationskonzept, das alle Funde aus den schwäbischen Weltkulturerbe-Höhlen – auch den Ulmer Löwenmenschen und die Blaubeurer „Venus vom Hohle Fels“ – umfasst, hat sich der baden-württembergische Justiz- und Tourismusminister Guido Wolf ausgesprochen. Alle Exponate sollten an ihren Fundorten verbleiben, aber unter einer gemeinsamen Dachmarke überregional präsentiert und bekannt gemacht werden, sagte Wolf bei einem Besuch in Ulm. Welche weltweit anerkannte historische Bedeutung der Ulmer „Löwenmensch“ habe, zeige sich demnächst, ergänzte die Ulmer Museumsleiterin Stefanie Dathe: Die über 40000 Jahre alte Figur wird demnächst im Britischen Museum in London ausgestellt.

    Wolf ist als Justizminister der grün-schwarzen Landesregierung bekannt. Dass in seinem Haus auch die Themen „Europa“ und „Tourismus“ angesiedelt sind, spricht sich langsam herum. Aber Wolf ist viel unterwegs, um die vielen Schätze im Ländle zu erkunden und gemeinsam mit den vor Ort Verantwortlichen zu überlegen, wie Touristen angesprochen werden können. Beim Vor-Ort-Termin in Ulm, den der SPD-Landtagsabgeordnete Martin Rivoir angestoßen hatte, ließ Wolf sich zunächst den „Löwenmenschen“ zeigen. Museumsleiterin Stefanie Dathe, seit Dezember vergangenen Jahres im Amt, ist immer noch überrascht, dass das bekannteste Ausstellungsstück ihres Hauses, eben der „Löwenmensch“, nicht angemessen gezeigt wird. Es werde an der Konzeption für einen neuen, eigenen Raum gearbeitet, denn: „In Ulm verzeichnen wir deutlich mehr Besucher, seitdem die sechs Höhlen auf der Alb als Weltkulturerbe durch die Unesco eingestuft wurden.“ Wie bekannt der „Löwenmensch“ international sei, beweise eine Ausstellung im British Museum, die im Herbst eröffnen soll, so Dathe. Es sei erst das fünfte Mal, dass die Elfenbein-Statuette das Museum verlasse. Wahrscheinlich, so Dathe, wird sie aber nicht über die gesamte Laufzeit von fünf Monaten in London bleiben: „Wenn wir Unesco-Welterbe sind, können wir nicht monatelang auf das Original verzichten.“

    Für Wolf steht fest, dass für die Funde aus den schwäbischen Weltkulturerbe-Höhlen, die Höhlen selbst, der Ulmer „Löwenmensch“ und die Blaubeurer „Venus vom Hohle Fels“ nun ein gemeinsames Konzept ausgearbeitet werden muss. Besucher sollen angesprochen werden, einen „roten Faden“ zu entdecken: „Natürlich bleiben die Fundstücke dort, wo sie jetzt sind.“ An ein Zentralmuseum sei nicht zu denken: „Die Stücke sind Teil der örtlichen Kultur!“ Aber sein Ministerium werde Konzepte fördern, die die Funde aus der Urzeit unter einer Dachmarke präsentieren.

    Eine Beschilderung an der Autobahn wäre als erster Schritt schon hilfreich, regte Dathe an: Schilder, die auf Ulm, Blaubeuren und die Orte auf der Schwäbischen Alb hinweisen. Dort, auf der Alb, ist man schon weiter: Rund um die sechs Höhlen entstehen neue Angebote für Besucher. Neben Themenwegen zwischen Parkplätzen und Höhlen ist in Schelklingen bei der HohleFels-Höhle ein Infozentrum geplant. „Unsere Vision ist, dass man dort die Grabungsarbeiten darstellt“, hatte der Bürgermeister von Schelklingen, Ulrich Ruckh, nach der Unesco-Entscheidung gesagt. Das Zentrum dürfte seiner Einschätzung nach allerdings kaum vor 2020 fertig sein. Auch anderswo braucht man jetzt erst einmal Zeit, um den Höhlen einen welterbe-würdigen Rahmen zu geben.

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