Newsticker

Urlauber aufgepasst: Auf Mallorca und Co. gilt ab Montag eine strenge Maskenpflicht
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Ulm kann die Bausünden der Vergangenheit beseitigen

Ulm kann die Bausünden der Vergangenheit beseitigen

Ulm kann die Bausünden der Vergangenheit beseitigen
Kommentar Von Oliver Helmstädter
30.06.2020

Plus Wenn die Ulmer genügend Mut aufbringen, kann die Landesgartenschau ein großer Wurf werden. Neu-Ulm hat es vorgemacht.

Die Stadt Neu-Ulm hat es vorgemacht: Vor zwölf Jahren hat Ulms bayerische Schwester bereits gezeigt, dass in Landesgartenschauen große Chancen liegen. Erst durch diese Veranstaltung wurden Wiley, Vorfeld und die Glacis-Anlagen so richtig miteinander verbunden und ein Teil der Neu-Ulmer Identität. Die Planer trafen in Neu-Ulm mit den Glacis-Anlagen, Stadtgärtnerei und den Weiten in den Wileys auf eine „ghmade Wiesn“. Zumindest im Vergleich zum Ulmer Vorhaben.

Landesgartenschau kommt: Wo Ulm sich radikal verändert

Mal abgesehen von der malerischen Wilhelmsburg gibt es kaum Geländeformen, die bei konservativer Betrachtensweise abwegiger als Ausrichtungsort für die Ausrichtung einer Gartenschau erscheinen, als die beiden weiteren auserkorenen Zentren: Rund um das Blaubeurer Tor mit dem Blaubeurer Ring donnern täglich bis zu 100000 Autos. Und der Bismarckring mit dem nahen Ehinger-Tor ist alles – nur kein Ort des Wohlfühlens. Gerade deshalb ist es höchste Zeit, diese Sünden aus der Vergangenheit zu beseitigen. Aus dem Leitbild der „Autogerechten Stadt“ der 60er und 70er Jahre muss das Leitbild einer „Menschengerechten Stadt“ werden.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Dafür werden mutige Entscheidungen zu treffen sein, die sicherlich viel Streit hervorrufen. Man hat sich schließlich im Laufe der Jahrzehnte daran gewöhnt, dass riesige Flächen nur für den Autoverkehr freigehalten werden. Klar, auch in Zukunft wird es Autos geben und der Individualverkehr wird trotz visionärer Denkspiele schlauer Verkehrsplaner nicht zum Erliegen kommen. Nicht zum Erliegen kommen darf deswegen auch nicht, die von vielen Menschen als Freiheitsrecht wahrgenommene Mobilität mit dem eigenen Auto. Verkehrsgutachten müssen sicherstellen, dass das Kind nicht mit dem Bade ausgeschüttet wird.

Hoffentlich fehlt den Verantwortlichen in der Politik aber nicht der Mut, Ideen auch gegen Widerstände zu verteidigen. Die Chance, im großen Stil Bausünden der Vergangenheit zu beseitigen, bekommen Städte nur alle Jubeljahre. Und kosten darf das auch etwas.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren