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Ulm

13.06.2019

Ulm und Einstein – das ist nicht so einfach

Blick in die Ausstellung "Einstein inside".
Bild: Alexander Kaya

Die Ausstellung im früheren "58" macht Lust auf mehr Wissenschaft - und auf mehr Einstein. Doch die Stadt Ulm muss aufpassen.

Die Welt der Wissenschaft bietet viel Faszinierendes – das wissen die meisten Menschen auch ohne eine Ausstellung wie „Einstein inside“. Was da am Münsterplatz nun zu sehen und zu erleben ist, ist trotzdem eine gute Werbung für das „Albert Einstein Discovery Center“, das ein Verein bis 2029 in Ulm entstehen lassen will – eine Kombination aus Museum und Wissenschafts-Spielplatz für Groß und Klein. Zwar wurden bei der Crowdfunding-Kampagne „Ein Stein für Einstein“ schon einige Originalsteine vom Geburtshaus des Physikers für je 100 Euro verkauft, doch ob das mutige Unterfangen gelingt, ist längst nicht klar. Ingo Bergmann von der Stadt Ulm räumt dem Projekt gute Chancen ein, sagt aber auch: Die nächste Finanzierungswelle wird entscheiden, ob Ulm diese Attraktion bekommt.

Lesen Sie dazu: Wissenschaft zum Mitmachen: Einstein zieht an den Münsterplatz

Israelische Uni entscheidet, wer den Namen Einstein nutzen darf

Aber Vorsicht: Es ist längst nicht gesagt, dass sich Ulm mit dem Prädikat „Einstein“ einfach so schmücken darf. Denn die Namensrechte des Nobelpreisträgers liegen bei der Hebräischen Universität von Jerusalem. Und diese dürfte zunächst wenig Interesse daran haben, dass mit dem Namen Werbung für ein Science-Center gemacht wird – noch dazu in der Stadt, in der Verwandte des Physikers vom NS-Regime verfolgt wurden. Deswegen ist die beschlossene eine Million Euro teure Ausstellung im Haus „Engländer“ ein wichtiger Baustein in den Einstein-Plänen. Denn dort soll es gerade um diese schwierigen Themen gehen.

Geschichte im „Engländer“, populäre Wissenschaft im „Discovery Center“: So könnte das vielversprechende nächste Kapitel der Auseinandersetzung der Stadt Ulm mit ihrem berühmten Sohn aussehen. Die Kunst wird es sein, den Namen Einstein mit Fingerspitzengefühl zu verwenden – und das nötige Geld zusammenzukratzen. Die Stadt weiß: Für bloßes Marketing ist Einstein nicht geeignet.

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