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Ulm

24.01.2019

Ulmer Eselsberg: War es eine Vergewaltigung oder nicht?

Die Polizei ermittelt nach einem möglichen sexuellen Übergriff.
Bild: Andreas Lode (Symbolfoto)

Vier Jugendliche sollen sich kurz vor Weihnachten an einer 16-jährigen vergangen haben. Die Ermittler müssen drei entscheidende Fragen klären.

Vier Jugendliche sollen sich kurz vor Weihnachten im Ulmer Stadtteil Eselberg sexuell an einer 16-Jährigen vergangen haben. Doch: War es eine Vergewaltigung? Noch immer stehen die Ermittler vor komplexen Fragen. Dabei ist eins sicher: „Dass es sexuelle Handlungen gab, ist unstreitig“, sagt Michael Bischofberger, Sprecher der Ulmer Staatsanwaltschaft. Ob die vier Beschuldigten deswegen angeklagt werden, ist aber noch völlig offen. Der Staatsanwalt spricht von drei Fragen, die geklärt werden müssen: Was ist geschehen? War die 16-Jährige in einem Zustand, dass sie sich nicht wehren oder klar ausdrücken konnte – zum Beispiel weil sie betrunken war? Und wenn es so war, haben die Beschuldigten das bemerkt und ausgenutzt?

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Was geschehen ist, sei relativ klar, sagt der Sprecher. „Da sind wir weit.“ Beim Übergriff habe es sich nicht um eine Vergewaltigung gehandelt, bei der Männer eine Frau packen, schlagen und sich über sie hermachen, sagt der Staatsanwalt. Nun müssen die Ermittler herausfinden, wer mit welcher Absicht gehandelt hat.

Mögliches Sexualdelikt am Eselsberg in Ulm: Was ist geschehen?

Die Beschuldigten hätten ausgesagt und seien auch mit Zeugenaussagen konfrontiert worden. Nun stehen nach Angaben der Staatsanwaltschaft Nachvernehmungen von Beschuldigten und von Zeugen an. Die Ermittler stützen sich auch auf Handydaten. Dadurch wollen sie herausfinden, wer wann am Tatort eingetroffen ist. Auch die Auswertung der Spuren ist nicht abgeschlossen: Die Daten werden noch immer im Labor untersucht. Wann die Ergebnisse vorliegen, sei unklar. „Das Landeskriminalamt ist voll mit Aufträgen“, erläutert der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Wie berichtet hatte eine Mutter kurz vor Weihnachten bei der Polizei angerufen, weil ihre Tochter nicht wie vereinbart nach Hause gekommen war. Schnell machten Beamte die 16-Jährige ausfindig. Sie berichtete den Polizisten, dass es zu einem sexuellen Übergriff durch mehrere Männer gekommen sei. Bald hatte die Polizei auch die vier Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren ermittelt. Einen dringenden Tatverdacht, der für einen Haftbefehl zwingend nötig ist, gab es gegen die vier aber nicht. Später berichtete die Staatsanwaltschaft von widersprüchlichen Aussagen des mutmaßlichen Opfers. Die Ermittlungen laufen weiter.

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