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Ulmer Marktplatz: Sperrung ist albern und nachvollziehbar

Kommentar Von Sebastian Mayr
15.11.2018

Der Marktplatz wird zur Fußgängerzone, obwohl fast keiner von der Lösung überzeugt ist. Warum logisch ist, was komisch klingt.

Für einen gerade einmal 230 Meter langen Straßenabschnitt bereiten der Marktplatz am Rathaus und die Herdbruckerstraße den Ulmern fortwährend überdurchschnittlich viel Ärger. Der neue Versuch, den Verkehr auf der Strecke zu beruhigen, wirkt albern und ist doch nachvollziehbar.

Lesen Sie hier: Neue Fußgängerzone: Ulm bremst Neu-Ulmer aus

Albern wirkt der Vorstoß, weil die Stadträte allesamt nicht überzeugt sind von der Idee. Das machten sie vor der Abstimmung deutlich. Trotzdem fiel das Votum einstimmig aus. Schon die bisherigen Versuche, Ruhe auf der Strecke durchzusetzen, sind geradezu absurd aufwendig. Jeden Abend um 22 Uhr schließen Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes eine Schranke an der Herdbruckerstraße, damit Raser dort nachts keine Runden drehen können. Ein Aufwand, der wegfallen könnte, hoffen die Räte.

Ulm macht den Marktplatz zur Fußgängerzone

Nicht nur das macht die Entscheidung nachvollziehbar. Die Stadträte nehmen die Sorgen der Bürger ernst – trotz aller Zweifel, ob die Änderung eine Wirkung zeigt. Die Anwohner, Händler und Wirte beklagen zu viel Durchgangsverkehr. Tatsächlich ergeben die Zahlen, dass durchschnittlich wohl rund 50 Autos pro Stunde den Straßenabschnitt als Abkürzung nutzen. Der Ärger der Anlieger ist also nachvollziehbar – genauso wie der Versuch, etwas zu ändern. Denn Fahrer, die tatsächlich Ziele am Marktplatz und in der Herdbruckerstraße mit dem Auto ansteuern, müssen nur einen kleinen Umweg in Kauf nehmen, der sie nicht viel Zeit kosten dürfte.

Der Versuch kostet die Stadt einmalig 16500 Euro. Ein Klacks, wenn dafür die jährlich 2500 Euro wegfallen, die fürs tägliche Schließen der Schranke bezahlt werden müssen. Ein Risiko bleibt: Wenn die Raser zurückkehren oder der Versuch aus einem anderen Grund scheitert, bleibt nur die Erinnerung an den albernen Aspekt. Doch auch dann bleibt die Entscheidung, was sie heute ist: nachvollziehbar.

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