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Ulm

18.04.2015

Ulmer Museum: Ist das bezahlbar?

Eine Vision aus der Studie: das Museum mit neuem Eingangsbau.

Stadträte beschließen den Einstieg in konkretere Planungen zur Neugestaltung. Doch die Finanzierung bereitet Sorgen. Eine kühne Idee stößt auf geteiltes Echo.

In der 200 Seiten starken Untersuchung haben die Experten die Defizite und Stärken des Museums sowie Lösungsvorschläge für die Schwächen aufgezeigt (wir berichteten). Es geht um eine bessere Orientierung in dem verschachtelten Komplex aus neun Einzelgebäuden, neue Akzente in der Sammlungspräsentation, fehlenden Platz, eine bessere Sichtbarkeit des Museums nach außen hin – und damit verbunden auch um bauliche Eingriffe. Die Kosten für das Gesamtpaket – inklusive Sanierung und Ausstellungskosten – schätzt Space 4 auf 18,2 bis 26 Millionen Euro. Nach Ansicht der Planer soll das Gebäude am Marktplatz 9a, durch das man derzeit den Komplex betritt, einem Neubau weichen; zudem soll der Marktplatz vor dem Museum unterbaut werden, um attraktive Flächen für Sonderausstellungen zu schaffen. Laut Henning Meyer von Space 4, der die Studie präsentierte, wäre Letzteres durchaus machbar: 1944 sei an dieser Stelle ein Löschwasserbehälter errichtet worden, mit „archäologischen Funden ist also nicht zu rechnen“.

Doch manchen Räten war die Vision eines unterirdischen Ausstellungsbereichs zu kühn. Gerhard Bühler (FWG) erinnerte an die multifunktionale Nutzung des Platzes und meinte damit natürlich auch die sonntäglichen Paradekonzerte, die er mit Fraktionskollegin Helga Malischewski dort veranstaltet. Baubürgermeister Alexander Wetzig nahm ihm ein wenig Wind aus den Segeln: Der Platz solle unterbaut und nicht überbaut werden. Doch auch Annette Weinreich (Grüne) wunderte sich darüber, dass der in früheren Phasen der Beurteilung durch Space 4 noch optionale Gang in die Tiefe plötzlich zentral für das Konzept sei. Sie hielt es für vernünftig, bei der Umgestaltung zunächst auf den unterirdischen Teil zu verzichten – schon der Kosten wegen.

Genau die bereiteten auch anderen Stadträten Kopfzerbrechen. FWG-Mann Bühler vermutete lautstark, dass die Zahl von Space 4 nicht wert sei, dass sie an der Wand steht. Laut Michael Joukov (Grüne) kann das Projekt derzeit nicht solide gegenfinanziert werden. Eine Verwirklichung dürfte auch nach dem Beschluss kein Automatismus werden. Thomas Kienle ( CDU) sah es pragmatischer: Das vorliegende Konzept sei „einer der gangbaren Wege“. Doch es gab auch deutliche Worte für eine große Lösung: Ralf Milde (FDP) forderte ein Ende des „Klein-Klein“, Bürgermeister Wetzig ebenso: „Wir diskutieren jetzt seit zehn Jahren über das Museum“, sagte er. „Wir müssen endlich zu Potte kommen.“ Es stellte klar, dass es zu diesem Zeitpunkt nicht um einen Baubeschluss gehe. Zumindest fürs Erste folgten ihm die beiden Gremien. Frühere Ideen wie die Ausgliederung eines Teils der Sammlung in einen Neubau am Bahnhof sind damit vom Tisch.

Mit der Entscheidung haben die beiden Ausschüsse die Zukunft des Museums auch mit dem Bau eines zentralen Depots verknüpft. Dieses hatten mehrere Fraktionen zuletzt als Alternative zum Umbau der Pionierkaserne ins Spiel gebracht. Nun wurde die Verwaltung mit der Prüfung beauftragt. Einig waren sich die Räte, dass eines nicht ohne das andere gehe: Bei einer Neugestaltung brauche es Lagerplatz für die Exponate. In der Studie zum Museumsumbau ist ein mögliches neues Zentraldepot aber noch nicht berücksichtigt. Die Folgen wären aber interessant: Schließlich, so CDU-Rat Kienle, würden im Museum damit weitere 600 Quadratmeter Fläche frei.

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